Die Absender versuchen, ihr Schreiben als dringlich darzustellen.

Die Absender versuchen, ihr Schreiben als dringlich darzustellen.

Wieder einmal werden dieser Tage Gewerbetreibende mit Faxen von Branchenbuch-Abzockern „beglückt“. In einem zweiseitigen Schreiben mit der Überschrift „Branchebuch der Region“ wird für ein angeblich lokales/regionales Branchenbuch geworben. Das Branchenbuch sei für den Raum Mainz-Bingen und im vorliegenden Fall geht es um die Einträge für Oppenheim. Den Empfängern wird mitgeteilt, dass sie bereits einen Gratiseintrag haben. Unter dem Vorwand „…bitte ergänzen/korrigieren Sie Ihre Daten und faxen sie diese an uns zurück“ wird dem Empfänger vorgegaukelt, er solle nur bestätigen, dass sein Gratiseintrag korrekt ist. Wer sich das Schreiben nicht durchliest, sondern einfach unterschreibt und zurückfaxt, geht prompt in die Falle!

Sie kaufen einen kostenpflichtigen Plus-Eintrag

Die Masche mit dem Branchenbuch ist uralt, scheint aber nach wie vor zu funktionieren. Im Kleingedruckten auf dem Formular steht, dass der Absender einen kostenpflichtigen „Plus-Eintrag“ kauft. Dieser kostet im aktuellen Fall 960 Euro und ist sofort fällig. Im Kleingedruckten steht unscheinbar: „Wird ein kostenpflichtiger Pluseintrag gewünscht, so ist das Formular zu unterzeichnen und zurückzusenden.“ Das Unterschriftenfeld wirkt aber groß und dominant, dass viele Ahnungslose einfach unterschreiben, ohne das Kleingedruckte zu lesen.

Angebliches Branchenbuch nur online und nutzlos

Die derbe Kostenfalle steckt im Kleingedruckten (hier rot markiert).

Die derbe Kostenfalle steckt im Kleingedruckten (hier rot markiert).

Obwohl sich der Absender durch den Namen DteGewerbeSeiten einen offiziellen Anschein geben will – es darf vermutet werden, dass der Absender hofft „Dte“ könnte für die „Deutsche Telekom“ gehalten werden ( früher haben diese Abzocker sogar das komplette Design von Telekom-Geschäftspapier nachgebaut) – handelt es sich nicht um eine offizielle Firma mit deutschem Firmensitz. Das merkt man zunächst an der geschickt verschleierten Rückfaxnummer „0-0442…“. Denn die ersten vier Ziffern 0044 sind die Landesvorwahl von Großbritannien, wo vermutlich ein anonymes Faxssystem die Antwortfaxe für das angebliche Branchenbuch einsammelt. Und schaut man sich die Internetseite www.diegewerbeseiten.com an, auf denen der Adresseintrag später zu sehen ist, wird im Impressum eine Adresse im türkischen Istanbul als Firmensitz angegeben. Adresseinträge auf dieser und ähnlichen Seiten sind aber nutzlos. Zum einen sind die Seiten meist unbekannt und haben wenig Besucher. Zum anderen gehen sie meist offline, wenn der Betreiber juristischen Ärger bekommt. Die Seiten tauchen dann unter einer anderen Webadresse wieder auf und die Adressbuch-Mafia verschickt unter neuem Firmennamen erneut diese Faxe, um leichtgläubige Menschen zu ködern.

Fax nicht absenden sondern wegwerfen

Also: Ignorieren Sie diese Faxe einfach und werfen Sie sie weg. Wenn Sie etwas Zeit investieren wollen, können Sie diese Faxe weiterleiten an den:

Deutschen Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität
Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs e.V.
Landgrafenstraße 24 b
61348 Bad Homburg v.d.H.

Diese Institution kann gegen die Betreiber eventuell vorgehen. Wie unseriös das Ganze ist, merkt man auch daran, dass auf den Schreiben kein namentliche Ansprechpartner genannt wird und überhaupt keine Kontaktdaten wie Firmenadresse oder Rückrufnummer angegeben sind. Einzig eine E-Mail-Adresse wird angegeben und ob die Mails an diese wirklich gelesen und beantwortet werden?

Quelle: Eigene Recherche.