In den vergangenen beiden Wochen hatte das Bündnis „Nix in den (Mainzer) Sand setzen“ vier Mainzer OB Kandidaten in das Naturschutzgebiet Mainzer Sand eingeladen. Ziel der Rundgänge war es, den einzelnen Kandidaten die Wichtigkeit und Einzigartigkeit des Mainzer Sandes nahezubringen, sowie mit Ihnen die Probleme und Lösungsmöglichkeiten zu diskutieren die sich für einen Umbau der A 643 bestehen.

 

Das breite Bürgerbündnis freute sich dass alle OB Kandidaten Unterstützung für seine Vorschläge zusagte. „Wir haben ein sehr positives Gefühl aus den Rundgängen mit genommen, sagt Jürgen Weidmann“, einer der Sprecher des Bündnis „Nix in den (Mainzer) Sand setzen“. „Die Unterstützung für unseren Vorschlag mit vier Fahrspuren und zwei temporär nutzbaren Standspuren ist noch gewachsen“. „Toll fanden wir auch das große Interesse aller Kandidaten sowohl an der einzigartigen Natur als auch an den Vorschlägen unseres Bündnisses.“ unterstützt Michael Schmolz von der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie (GNOR).

Das Bündnis hatte den Kandidaten fünf Fragen zum Thema vorgelegt, die von allen Kandidaten beantwortet wurden.

 

1.       Setzen Sie sich für die 4+ 2 Lösung ein? Diese Lösung sieht vier Fahrstreifen vor plus zwei Standstreifen, die in den Hauptverkehrszeiten mitbenutzt werden können?

 

Michael Ebling: Das Naturschutzgebiet „Mainzer Sand“ besitzt durch seine Flora und Fauna eine europaweite Einzigartigkeit, die zu Recht unter dem höchsten europäischen Naturschutz steht. Die von der Landesregierung angestrebte 4 + 2 Lösung findet meine Zustimmung und Unterstützung, um eine Verträglichkeit der Autobahn, die das Naturschutzgebiet durchschneidet, mit diesem sensiblen Bereich weiter zu gewährleisten.

 

Günter Beck: Ja, diese Forderung des Bündnisses ist auch meine Forderung und die der Grünen in Mainz und im Land. Als Mitglied der Verhandlungsgruppe auf grüner Seite in den Koalitionsverhandlungen nach der Landtagswahl 2011 habe ich mich dafür eingesetzt, dass die Prüfung dieser Ausbaumöglichkeit auch Inhalt des Koalitionsvertrages wird.

 

Lukas Augustin: Ich unterstütze Ihre Forderung nach Umsetzung der 4+2-Lösung uneingeschränkt. Neben allen von Ihrem Bündnis genannten guten Argumente für diese Lösung handelt es sich dabei auch um eine kostengünstigere Umsetzungsmöglichkeit.

Dr. Claudius Moseler: Das Naturschutzgebiet Mainzer Sand darf beim Umbau der Autobahn keinen Schaden nehmen. Wenn der Umbau A 643 wirklich kommt, dann brauchen wir eine flächensparende Lösung. Deshalb unterstütze ich die 4 + 2 Lösung. Wir als Stadt müssen in diesem Punkt gegenüber Land und Bund hartnäckig bleiben. Da sowohl meine Partei ÖDP als auch die Fraktion ÖDP/Freie Wähler Mitglieder im Bündnis „Nix in den (Mainzer) Sand setzen“ sind, stehe ich – auch als Stadtratsmitglied – bei diesen Forderungen natürlich auf Ihrer Seite.

 

2.       Unterstützen die Forderung nach 80 km/h zwischen dem AB Mainz und der Auffahrt Mombach um den Lärm für alle Anwohner und die Naherholungsgebiete zu mindern, den Verkehrsfluss zu verbessern und den CO2 Ausstoß zu senken?

 

Dr. Claudius Moseler: Ja, ich unterstütze die Forderung nach Tempo 80 auf der A 643. Dies ist eine ökologisch sinnvolle Maßnahme.

 

Günter Beck: Ja, auch diese Forderung unterstütze ich.

Michael Ebling: Eine Erweiterung der Autobahn muss mit einer Reduzierung des Lärms für die Anwohnerinnen und Anwohner, wie auch für die Naherholungssuchenden einhergehen. Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 km/h ist eine Möglichkeit

 

Lukas Augustin: Eine Geschwindigkeitsbegrenzung für diesen Abschnitt halte auch ich aufgrund der genannten Argumente für notwendig. Wegen der räumlich engen Situation von Dreieck, Ausfahrten und Brücke erhöht eine Geschwindigkeitsbegrenzung zudem die Verkehrssicherheit.

 

3.       Unterstützen Sie den Verzicht auf Lärmschutzwände um damit eine weitere Zerstörung der Naturschutzgebiete Mainzer Sand und Lennebergwald zu verhindern?

 

Lukas Augustin: Lärmschutzwände stören tatsächlich die Integrität der Naturschutzgebiete. Deshalb muss darauf verzichtet werden.

 

Dr. Claudius Moseler: Ein Verzicht auf die Lärmschutzwände ist natürlich dann vertretbar, wenn Tempo 80 verbindlich eingeführt wird. Im Bereich des Mainzer Sandes ist es ohnehin schwierig die Menschen in den Hochhäusern von Mombach durch eine solche Maßnahme effektiv vor Verkehrslärm zu schützen. Deshalb wäre es nicht nur ökologisch unvertretbar sondern auch völlig sinnlos, die Flächen des Mainzer Sandes durch solche Maßnahmen in Gefahr zu bringen. Die geplante Landschaftsbrücke sollte daher auch im Bereich der heutigen „Panzerbrücke“ nahe der Anschlussstelle Gonsenheim realisiert werden.
Michael Ebling: Lärmschutzwände entlang der Autobahn hätten nachteilige ökologische Auswirkungen auf das Naturschutzgebiet, vor allem für den Bereich der Fauna. Daher halte ich es für sinnvoll andere Maßnahmen wie eine Temporeduzierung und das Auftragen von Flüsterasphalt durchzusetzen, um das berechtigte Interesse der Anwohnerinnen und Anwohner nach Lärmschutz zu erreichen.

 

Günter Beck: Hierzu ist zu sagen, dass bei einem Ausbau nach der 4+2-Lösung gesetzlich keine Finanzierung von Lärmschutzwänden vorgesehen ist. Allerdings ist Lärmschutz natürlich ein wichtiges und sinnvolles Anliegen. Daher unterstütze ich auch das Tempolimit auf 80km/h auf der entsprechenden Strecke, da dies eine sinnvolle Lärmschutzmaßnahme darstellt ohne zusätzliche Flächenversiegelung.

4.       Welche konkreten Maßnahmen ergreifen Sie, wenn Sie zum Mainzer OB gewählt werden, um das Bündnis „Nix in den (Mainzer) Sand setzen“ bei der Umsetzung seiner Forderungen zu unterstützen?

 

Michael Ebling: Wer gemeinsam gute Lösungen erreichen möchte, muss miteinander reden. Den Dialog zwischen Ihnen, den Ortsbeiräten und den beteiligten Ämtern würde ich als Oberbürgermeister fortsetzen und eine klare Mainzer Position für die anstehenden Planungen entwickeln

 

Dr. Claudius Moseler: Die Stadt Mainz sollte offiziell Mitglied im Bündnis werden. Darüber hinaus verweise ich auf die Antwort von Frage 5.

 

Lukas Augustin: Ihr Bündnis ist für mich aufgrund des darin gebündelten Fachwissens  erster Ansprechpartner bei allen Schritten im Rahmen des Vorhabens A 643. Ich werde mich deshalb auch dafür einsetzen, dass das Bündnis – sofern noch nicht geschehen – Einblick in alle Planungsunterlagen erhält.

 

Günter Beck: Die Stadt unterstützt ja bereits die Umsetzung der Forderungen. Dies zum Beispiel durch die Teilnahme des Umweltamtes am letzten Runden Tisch oder dem ständigen Austausch mit Landesregierung und Landtag. Dies werde ich auch als Oberbürgermeister selbstverständlich weiterführen.

5.       Welche Schritte unternehmen Sie, wenn Sie zum Mainzer OB gewählt werden, um das Land Rheinland-Pfalz zur baldigen Umsetzung der 4 + 2 Lösung zu bewegen?

 

Günter Beck: Hier hilft wohl vor allem Beharrlichkeit. Wie bereits oben genannt, steht die Stadt Mainz in dieser Sache bereits jetzt in ständigem Austausch mit dem Land. Ich werde als Oberbürgermeister energisch unsere gemeinsamen Forderungen dort auch vortragen, zum Schutz der Naturschutzgebiete und der Interessen der AnwohnerInnen.

 

Michael Ebling: Das Land weiß, um die Notwendigkeit der Erweiterung der A643, auch mit dem Blick auf den Neubau der Schiersteiner Brücke, um einen guten Verkehrsfluss zu erreichen. Daher würde ich frühzeitig und umfassend, die Mainzer Forderungen gegenüber der Landesregierung in den Planungsprozess einbringen, um diese zu erreichen und die Umsetzung der 4 + 2 Lösung voranzubringen

 

Lukas Augustin: Die Planungshoheit liegt beim Land. Deshalb müssen zunächst in Gesprächen die guten Sachargumente vorgetragen werden. Ihr Bündnis hat durch die bereits geführten Gespräche gezeigt, dass dies durchaus erfolgreich sein kann. Wegen der besonderen Dringlichkeit werde ich mich nach der Wahl persönlich dafür einsetzen und diese Sache an mich ziehen. Da die Stadt über den Zweckverband Lennebergwald in das Projekt involviert ist, ergibt sich auch dadurch die Möglichkeit einer direkten Einflussnahme.

 

Dr. Claudius Moseler: Als Mainzer OB würde ich versuchen u.a. über den kommunalen Grundbesitz im Lennebergwald (Zweckverband Lennebergwald) Einfluss auf die künftige Trasse der Autobahn zu nehmen. Ich würde entsprechende Vorlagen in den Stadtrat einbringen, um dies sicherzustellen und natürlich in Gesprächen mit Land und Bund unser Anliegen verdeutlichen.

 

 

Wer das Bündnis „Nix in den (Mainzer) Sand setzen“ bei diesem Vorhaben unterstützen möchte erfährt mehr unter der Mailadresse nix-in-den-Sand-setzen@arge-mz.de.

 

Mitglieder des Bündnisses sind:

 

Arbeitsgemeinschaft der Mainzer Naturschutzverbände,

Arbeitskreis Umwelt Mombach e.V.,

Bund Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Kreisgruppe Mainz

Bund Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz

CDU Stadtbezirk Mainz Gonsenheim

CDU Stadtbezirk Mainz Mombach

GNOR Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie, Arbeitskreis Rheinhessen

GNOR Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz

Bündnis 90/Die Grünen Landesverband Rheinland Pfalz

Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband Mainz

Bündnis 90/Die Grünen Ortsgruppe Gonsenheim

Bündnis 90/Die Grünen Ortsgruppe Mombach

Stadtratsfraktion die Bündnis 90/Die Grünen

Lokale Agenda – Arbeitskreis Naturnahes Grün

Lokale Agenda – Arbeitskreis Verkehr

NABU Landesverband Rheinland-Pfalz

NABU Mainz und Umgebung

Stadtratsfraktion ÖDP/Freie Wähler

ÖDP-Landesverband Rheinland-Pfalz

ÖDP-Kreisverband Mainz-Stadt

ÖDP-Ortsverband und Ortsbeiratsfraktion Gonsenheim

ÖDP-Ortsverband und Ortsbeiratsfraktion Mombach

Rheinische Naturforschende Gesellschaft

SPD Ortsverein Mainz-Mombach

Umweltausschuss der evang. Friedenskirche Mainz-Mombach

VCD Kreisverband Rheinhessen