Die beiden Enten illustrieren die Eisregeln der DLRG (Bild: www.dlrg.de)

Die beiden Enten illustrieren die Eisregeln der DLRG (Bild: www.dlrg.de)

Anlässlich des Kälteeinbruches warnt die DLRG warnt auch in Rheinhessen davor, frisch zugefrorene Eisflächen zu betreten. Ob es stehende Gewässer wie die Baggerseen beispielsweise bei Gimbsheim und Eich sind, oder Nebenarme des Rheins. Auch Tümpel in der Landschaft oder Angelweiher oder der Teich im eigenen Garten sind gefährlich.

Spät hat der Winter in diesem Jahr in Deutschland Einzug gehalten. Ein sibirisches Hochdruckgebiet sorgt derzeit für frostige Temperaturen bis in die Niederungen. Die aktuelle Wetterlage lässt derzeit aber nur auf wenigen Seen in höheren Lagen einen Eisspaziergang zu. Auf den meisten Gewässern ist die Eisdecke noch zu dünn. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) rät allen Wintersportlern deshalb, mit dem Schlittschuhlaufen noch zu warten.

Eis muss bestimmte Dicke haben

Das Eis muss dick genug sein. Bei stehende Gewässern 15 bei fließenden 20 Zentimeter.

Das Eis muss dick genug sein. Bei stehende Gewässern 15 bei fließenden 20 Zentimeter.

Dr. Klaus Wilkens, Präsident der DLRG, rät zur Geduld: „Das Eis braucht Zeit, um tragfähig zu sein. Bei stehenden Gewässern sollte es als Richtwert mindestens 15 cm, bei fließenden Gewässern, wie Bächen und Flüssen sogar 20 cm dick sein“. Auf keinen Fall gleich an den ersten frostigen Tagen das Eis betreten, lautet die Devise der Lebensretter. Eltern sollten ihre Kinder über die Gefahren, die auf zugefrorenen Seen lauern, aufklären.

Mit einem langen Ast kann man Hilfe leisten, ohne selbst das Eis betreten zu müssen.

Mit einem langen Ast kann man Hilfe leisten, ohne selbst das Eis betreten zu müssen.

Die Rettungsschwimmer der DLRG leisten jährlich 150.000 Stunden Rettungsdienst im Winter und kennen die Tücken der eisigen Idylle. Grundsätzlich sollten sich ambitionierte Wintersportler nur an bewachten Gewässern und nie alleine auf das Eis wagen sowie auf  Warnungen in lokalen und regionalen Medien achten.

DLRG rät: Auf die Signale des Eises achten

Das Eis sendet Signale aus, die jeder erkennen sollte. Dunkle Stellen verraten: Das Eis ist noch viel zu dünn. Hier droht Gefahr einzubrechen, also betreten verboten. Wenn das Eis knistert und knackt, am besten flach hinlegen, um das Gewicht zu verteilen und in Bauchlage zurück in Richtung Ufer bewegen. Besondere Vorsicht ist auf verschneiten Eisflächen und an bewachsenen Uferzonen geboten. Tückisch können auch Seen sein, die von Bächen oder Flüssen durchzogen sind. An den Ein- oder Ausflüssen kann innerhalb weniger Meter das Eis deutlich dünner und die Eisqualität völlig anders sein, als auf dem Rest des Sees.

Muss der Retter aufs Eis, sollte er sich flach hinlegen und Hilfsmittel nutzen, um nicht dicht ein die Einbruchsstelle heran zu müssen.

Muss der Retter aufs Eis, sollte er sich flach hinlegen und Hilfsmittel nutzen, um nicht dicht ein die Einbruchsstelle heran zu müssen.

Wer sich aufs Eis wagt, sollte zunächst zu Hause bescheid sagen, wo er hingeht. Am besten nicht alleine gehen und ein Handy sollte auf jeden Fall mitgenommen werden, damit man Hilfe herbeirufen kann. Vorher sollte man sich zur eigenen Sicherheit nach geeigneten Rettungsmitteln umsehen. „Ein umgedrehter Schlitten, ein langer Ast, eine Leiter oder ein Seil sind bei einem Eiseinbruch geeignete Hilfsmittel“, so der praktische Rat des DLRG-Präsidenten. Im Notfall ist schnelle Hilfe geboten. Der Verunglückte kann binnen Minuten unterkühlen, dann besteht Lebensgefahr.

DLRG empfiehlt: Helfer sollten Eigenschutz beachten

Helfer sollten bei der Rettung einen Sicherheitsabstand zur Einbruchstelle einhalten und sich gegenseitig auf dem Bauch liegend durch eine Rettungskette sichern. Nach der Rettung aus dem Eis sollte der Patient in einem beheizten Raum langsam aufgewärmt werden und sich grundsätzlich in ärztliche Behandlung begeben. Hier finden Sie die Eisregeln der DLRG.

Quelle: Pressemeldung der DLRG