Es ist nicht zu glauben. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) legt ihre neuen Pläne zur Fluglärmentlastung vor. Diese sind darauf ausgelegt, die Probleme des Ausbaus des Frankfurter Flughafens nach Rheinland-Pfalz zu verlagern. Nach wie vor liegen keine realistischen Planungen vor, dringend notwendige Entlastungen für die durch den Flughafenausbau zusätzlich stark belasteten Menschen zu schaffen. Die hessische Landesregierung sieht sich jedoch zunehmend unter Druck, auch im Hinblick auf die anstehende Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt, Maßnahmen zur Entlastung ihrer Bürger anzubieten.

Deutschlandweite Großdemo am Frankfurter Flughafen am 04.02.2012

Deutschlandweite Großdemo am Frankfurter Flughafen am 04.02.2012

Die DFS wird als fachlich kompetente und vor Allem zuständige Stelle von der hessischen Landesregierung missbraucht Lösungen zu präsentieren, die keine sind. Da soll schon 2012 die vieldiskutierte Südumfliegung voll ausgelastet werden, was zu keiner Lärmentlastung führt, sondern nur zu einer Verschiebung zum Raum Groß-Gerau, Rheinhessen, Mainz und die AKK Gemeinden. Als wenn das nicht ausreichen würde, so ist die Südumfliegung als Startvariante aufgrund von Kreuzungspunkten mit dem Gegenanflug des Landeanfluges die mit Abstand lauteste Variante, da die Flugzeuge nicht über 3000ft (1200 m über N.N.) steigen können, was zu Folge hat dass über gesamt Rheinhessen mit sehr hoher Schubleistung auf gleich bleibender niedriger Höhe geflogen werden fliegen muss. Laut der Gewerkschaft der Fluglotsen kommt noch hinzu, dass das Kollisionsrisiko bei durchstartenden Maschinen um ein vielfaches höher ist, als bei anderen Flugrouten. Das ist keine Lösung sondern eine maximale Lärmvermüllung einer ganzen Region, nämlich Rheinhessen und Mainz!

Auch die Anhebung der Flughöhen, die mit 300m viel zu gering ausfällt, ist Nonsens, solange nicht auch die Luftraumabsenkung rückgängig gemacht wird. Denn der Höhengewinn funktioniert nur solange, die Anzahl Flugbewegungen den aktuellen Stand haben. Sind einmal das Terminal Z (Ende 2012) und vor allem Terminal 3 (2015) gebaut, können so viele Maschinen abgefertigt werden, dass wir schnell wieder bei den niedrigen Flughöhen angelangt sind.

Trotzdem feiert man die Lärmverschiebung nach Rheinland-Pfalz als die große Lärmreduzierung. Das ist jedoch ein großer Irrtum, den man versucht der Bevölkerung als Beruhigungspille zu verkaufen, da weiterhin das gleiche Problem existiert: die Flughafenerweiterung wurde in einer Region geplant, in der sehr viele Menschen leben und die die ausbaubedingten Belastungen nicht mehr auffangen kann. Um eine raumverträgliche Lösung für die gesamte Region Rhein-Main zu finden, muss die Politik in Hessen und Rheinland-Pfalz und die verantwortlichen der Luftfahrtbranche, allen voran die DFS, Lufthansa und Fraport endlich anfangen echte Lösungen zu präsentieren und nicht weiter ihre abgedroschenen Phrasen herunterbeten. Dabei muss der Mensch vor Wirtschaftlichkeit stehen und die Belastung dergleichen durch Gesetze eingefordert werden, die es auch Wert sind sich Lärmschutzmaßnahmen oder aktiver Schallschutz zu schimpfen.

Weil wir Menschen in Rheinhessen uns all das nicht gefallen lassen, gehen wir am Samstag, den 04.02.2012 um 12 Uhr ins Terminal 1 am Frankfurter Flughafen zur deutschlandweiten Großdemo und demonstrieren solidarisch mit 70 anderen Bürgerinitiativen und tausenden Menschen gegen den Irrsinn des Ausbaus des Frankfurter Flughafens.