Setzen Sie sich doch grad mal ein Momentchen hier neben hin.

Setzen Sie sich doch grad mal ein Momentchen hier neben hin.

Gerade jetzt in der Fastnachtszeit mit ihren zahlreichen Veranstaltungen freuen sich viele Vereine sehr, wenn die örtliche Zeitung einen Mitarbeiter schickt, der beispielsweise über die Fastnachtssitzung berichtet. Manchmal hat es ein solcher Reporter doch recht schwer. Vor allem wenn er keine oder nur mangelhafte Informationen bekommt. Das kann ich aus eigener Erfahrung gerade jetzt am Wochenende berichten.

Setzen Sie sich doch grad mal ein Momentchen hier neben hin

Ich war für die Allgemeine Zeitung als freier Mitarbeiter auf einer Fastnachtssitzung. Man bat mich, als ich zu Beginn an die Kasse kam: „Setzen Sie sich doch grad mal ein Momentchen hier neben hin.“ Ich nahm also auf einer flachen Gymnastikbank an der Wand Platz und wurde dort vergessen. Ein Programmheft der sonstige Informationen, die für einen Artikel taugen, gab es nicht, auch nicht auf Nachfrage. Der AZ-Fotograf, der das Bild machte, musste sich eine primitive Namensliste abfotografieren um überhaupt zu wissen, wen er abgelichtet hatte.

Schwierige Informationsbeschaffung

Nach circa einer Stunde habe ich mir dann einfach auf eigene Faust hinten in der Halle einen Sitzplatz gesucht. Nach einer weiteren Stunde hatte ich das Glück, dass eine der Bedienungen mir einen Zettel mit dem Programm drauf besorgen konnte. Leider waren die Einträge darauf wenig hilfreich, denn meist standen da nur einzelne Wörter wie „Dorfspatzen“, „Trauerschnallen“ oder „Damenballett –Sabine“. Daher war ich darauf angewiesen, dass der Moderator der Sitzung die genauen Namen der Vortragenden, Musiker, oder Tanzgruppen verstehbar durchsagt, was auch nicht immer erfolgte. Mal waren Namen nicht gut zu verstehen, mal erklärte er beispielsweise nicht, woher ein Ballett kommt und wie der Verein heißt, dem es angehört. Daher musste ich dann die Leute in der Nähe oder die auftretenden Personen selbst fragen.

Ganz wichtig: Ausführliche Informationen

Vereine möchte gerne, dass über ihre Veranstaltungen ausführlich, korrekt und gut in der Presse berichtet wird. Mit ein paar einfachen Mitteln können Vereine dem Journalisten, der vor Ort den Termin wahrnimmt, die Arbeit erleichtern. Das sei hier aus aktuellem Anlass am Beispiel einer Fastnachtssitzung erklärt. Die nachfolgenden Empfehlungen gelten analog aber für jede Art von Vereinsveranstaltung.

1. Bieten Sie dem Journalisten einen „arbeitstauglichen“ Sitzplatz an. Er muss und will meist nicht in der ersten Reihe bei den Promis sitzen. Man muss ihn auch nicht separat öffentlich begrüßen, denn er will nicht im Mittelpunkt stehen. Aber ein Platz, auf dem er dem Programm gut folgen kann und der einen Tisch bietet, auf dem er seinen Notizblock ablegen und schreiben kann, sind wichtig. Gerade bei Fastnachtssitzungen muss ein Journalist viel schreiben, um sich beispielsweise Pointen eines Fastnachtsvortrages zu notieren. Ein Stehplatz oder auf einem Bänkchen mit dem Block auf dem Schoss machen diese Arbeit mühsam.

2. Der Journalist ist dankbar für einen konkreten und kompetenten Ansprechpartner. Versorgen Sie den Journalisten auf alle Fälle mit ALLEN wichtigen Informationen und Daten, am besten mit einer speziell für diesen Zweck erstellen Liste, Tabelle oder Pressemeldung. Dabei sollten mindestens folgende Informationen unbedingt enthalten sein:

  • Motto der Veranstaltung
  • Die wichtigsten Ehrengäste
  • Vor- und Familiennamen aller Beteiligten
  • Name des Vortrages oder der Darbietung
  • Herkunft und Vereinszugehörigkeit eines Mitwirkenden
  • Zusatzinformationen, ist ein Büttenredner beispielsweise der jüngste oder älteste Mitwirkende des Abends, gehört auch sein Alter mit in die Information.
  • Bei großen Musikkapellen, Gesangsgruppen und Tanzgruppen genügt der Name des musikalischen Leiters, Dirigenten oder Trainers, denn der Journalist wird keine 30 Namen eines Spielmannszuges auflisten.
  • Wichtige Zusatzinformationen, beispielsweise ein Bühnenjubiläum eines einzelnen Mitwirkenden oder auch die wievielte Veranstaltung es ist und seit wann sie angeboten werden.
  • Einen Ansprechpartner mit Telefonnummer für eventuelle spätere Nachfragen.
So könnte eine für einen Journalisten brauchbare Programmliste aussehen.

So könnte eine für einen Journalisten brauchbare Programmliste aussehen.