Das Jahr geht zu Ende und die Rückschau auf das gemeinsam Erreichte zeigt, dass die Proteste und Demonstrationen Politik und Luftfahrtindustrie, allen voran die Fraport und Lufthansa, erheblich irritieren. Während es noch, so kürzlich der rheinland-pfälzische Staatssekretär des Innern bei einer Bürgerversammlung in Mainz, vor einem halben Jahr undenkbar gewesen ist, gemeinsam mit Hessen eine Bundesratsinitiative zur Aufnahme des Fluglärms ins Luftverkehrsgesetz einzubringen, überschlagen sich die politischen Mandatsträger aller Orte und Parteien plötzlich mit Ankündigungen und Absichtserklärungen, sich für eine Reduzierung des Fluglärms beziehungsweise den Schutz der Bevölkerung einzusetzen.

Die wankelmütige Politik

Plötzlich wird die Flughafenerweiterung, die in einem Ballungsraum wie dem Rhein- Main-Gebiet ohne vorherige ernsthafte Prüfung der Auswirkungen für die Bevölkerung nie hätte umgesetzt werden dürfen, von immer mehr der beteiligten Politiker in Frage gestellt. Das Nachtflugverbot, einst Bedingung des Flughafenausbaus, dann eine Wahlperiode später wieder gestrichen, wird inzwischen fast unisono von Vertretern aller Parteien akzeptiert und für notwendig erachtet bzw. gefordert.

Im Angesicht der Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt und der Landtagswahl in Hessen überschlagen sich die politisch Verantwortlichen mit Bekundungen, wie wichtig ihnen der Schutz der Bevölkerung sei – auch wenn in den Reden zur Eröffnung der Nordwestlandebahn nie vom Schutz der Bevölkerung die Rede war, sehr wohl aber vom Segen des Flughafenausbaus für die Wirtschaft.

Wut und Zorn der Bevölkerung

Die Bevölkerung wird nicht vergessen, dass das kostspielige Experiment der Flughafenerweiterung offensichtlich ohne jeden ernsthaften Gedanken an sie realisiert wurde. Deshalb werden wir die weitere Entwicklung kritisch begleiten und sehr genau darauf achten, dass Worten auch Taten folgen werden.

Wut und Zorn der betroffenen Bevölkerung, die in den vergangenen Monaten zur Gründung zahlloser Bürgerinitiativen und immer heftigeren Protesten mit anfangs für unmöglich gehaltenen Menschenmengen geführt haben, werden erst dann enden, wenn unsere Ziele wie ein absolutes Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr, die Deckelung der Flugbewegungen sowie Maßnahmen zur Verhinderung und Reduzierung des Fluglärms erreicht sind. Wie wir gesehen haben, sind diese Proteste der einzige Weg für das Überleben der Region und deshalb treffen wir uns im neuen Jahr am 16. Januar 2012 im Terminal 1, Abflughalle B um 18 Uhr zur nächsten Montagsdemo, um allen zu zeigen, dass es so nicht weitergehen kann. Details zu den neuen Terminen in 2012 finden Sie immer aktuell unter http://www.fluglaerm-rheinhessen.de

Für alle, die das Gefühl der Montagsdemos erleben möchten, hier ein kleiner Einblick:

httpv://www.youtube.com/watch?v=d6VhYzGODAY