Folgenden Artikel bekamen wir als Initiative zugestellt:

In der hintersten Ecke, dort, wo normalerweise niemand mehr hin kommt, wo Lidl den Papierabfall entsorgt, ganz verschämt in einer Ecke, ohne Hinweisschild, da konnte man ihn finden, wenn man ihn suchte – den Fraport Bus. Hoffentlich kommt keiner, war wohl die Premisse bei der Auswahl des Standorts, mit neutralem LKW, den man erst beim Eintritt in den feudalen Präsentationsraum als den Fraport-Bus identifizieren konnte.


Die Leute kamen trotzdem, die wirklich Interessierten, in der Mehrzahl wohl diejenigen, die dem ständig steigenden Fluglärm mehr als ablehnend gegenüberstehen. Einige Besucher konnte man als (verdeckte oder zumindest sehr zurückhaltende) Fraport Mitarbeiter erkennen, andere konnte man nicht zuordnen. Die übrigen wenigen Besucher waren dann die eigentliche Zielgruppe. An den Livebildern der Flugbewegungen kam man sich näher, die Diskussionen starteten, die Argumente prallten, z. T. hitzig, laut und in der Wortwahl manchmal angesichts der offenkundigen Beratungs-Inkompetenz auch unangemessen aufeinander.

Folgte man den Dialogen, konnten Besucher und Mitarbeiter der Fraport schnell unterschieden werden, doch damit begann die eigentliche Absurdität der Situation. Als die wirklich Sachkundigen und im Detail Informierten stellten sich nämlich schnell die Besucher heraus. Den Fraport Mitarbeitern merkte man richtiggehend an, dass es ihnen peinlich war, auf mehr und mehr gezielte Fragen nur falsche oder oft sogar gar keine Antwort geben zu können. „Ich weiß nicht“ oder „ich kann es nicht genau sagen“ waren die Standardsätze, die durchgängig zu vernehmen waren.

Für den interessierten Beobachter wurde schnell offenbar, dass die Kurzeinweisung der „freiwilligen“ Fraport-Mitarbeiter einfach nicht ausreichte, um den sehr gut informierten und versierten Fragestellern Gesprächspartner auf einer Augenhöhe zu sein. Fachbegriffe wie „Fuß“ und „Meter“ wurden permanent verwechselt ebenso wie „Landung“ und „Start“ bei den computeranimierten Darstellungen. Überhaupt zeigten die Fraport-„Aufklärer“ große Schwierigkeiten bei der Bedienung der technischen Geräte.

Man hatte Mitleid mit der Mehrzahl der vielen Fraport-Repräsentanten und konnte spüren, wie unwohl sie sich in ihrer Rolle fühlten. Nicht einmal Kugelschreiber oder bunte Luftballons, mit Hilfe derer man die eine oder andere Situation hätte kaschieren können, gab es.


Die Initiative gegen Fluglärm in Rheinhessen e. V. hatte an ihrem gut erreichbaren und deutlich zu identifizierenden Stand permanent guten Zulauf. Während der ganzen Zeit war der Stand umringt von nachfragenden besorgten Bürgern, die wissen wollten, ob es Wege gibt, die aus dem von Fraport und hessischer Landesregierung zu verantwortendem Wahnsinn führen können.

Abschließend lässt sich nur feststellen, dass es beschämend war zu sehen, wie dilettantisch die Fraport selbst in Aufklärungsaktionen an das die Region so beherrschende Thema der steigenden Fluglärmbelastung herangeht.

Ein fluglärmgeplagter Bürger aus Rheinhessen.