Trotz kurzfristigem Aufruf sind mehrere hundert Menschen dem Bündnis der Bürgerinitiativen zur 1. Montagsdemo zum Frankfurter Flughafen gefolgt. Die bis 19. Dezember und vielleicht darüber hinaus geplanten Montagsdemonstrationen, jeweils 18.00 Uhr, haben neben den bekannten Forderungen der Fluglärmreduzierung primär das Ziel, ein klares Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr zu erreichen. Die Fraport AG kann sich, so ein Sprecher des Bündnisses der Bürgerinitiativen (BBI), den Demonstrationen nicht entgegen stellen, da Versammlungen in Flughafenterminals rechtlich zulässig sind.

Demo im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens.

Vor Ort waren ohrenbetäubendes Pfeifen, laute Rufe und Gesänge zu hören. Wie schon bei der Großdemonstration am 22. Oktober in Mainz, sind  viele der Demonstranten erstmalig bei einer solchen Veranstaltung, um ihrer Enttäuschung und auch Wut über das Verhalten der Fraport , der Lufthansa und auch der Politik erstmals Luft zu verschaffen, indem sie um ihr Überleben im angestammten Lebensumfeld kämpfen.

So etwas hat das Terminal 1, in dem die Proteste statt fanden, wohl noch nicht erlebt! Die Menschen sind erbost und lassen Ihren Emotionen freien Lauf. Sie schreien ihre Wut darüber heraus, dass dieser Flughafenausbau an ihren Interessen vorbei geplant wurde, ohne darüber nachzudenken, wie die Region diesen Lärmterror verkraften soll. Auf den mitgebrachten Plakaten ist zu lesen „Nachtflug, nein Danke“ oder „Wir wollen in Ruhe schlafen“. Auch Gruppen von Kindern mit selbst gemalten Plakaten verkünden den Text „Ene mene meck, die Landebahn muss weg“, um damit auszudrücken, dass sie wieder in Ruhe ihre Hausaufgaben machen und schlafen wollen.

Das Wir-Gefühl dieser Demonstration, das sich auch in Gesprächen mit den Beteiligten vermittelte, lässt erwarten, dass diese Montagszusammenkünfte gequälter Menschen in Rhein-Main in den kommenden Wochen eine starke Zunahme erleben werden. Großer Jubel brach aus, als darauf hingewiesen wurde, dass die nächste Großdemonstration nach dem Muster von Mainz im Oktober bereits für den 04. Februar 2012 vorgesehen sei. Dieser Termin wird wohl dick im Kalender vieler Menschen des kommenden Jahres vermerkt werden, denn die Veranstalter erwarten mehrere zehntausend Betroffene, die sich auf dieses Megaereignis freuen, um ihrem Anliegen Luft zu verschaffen.

Wir rufen die Menschen der Region dazu auf, sich weiterhin zahlreich und vermehrt  an dieser Montagsdemo  zu beteiligen, weil nur so eine Änderung der Situation erreicht werden kann.