Fluglärm für rheinhessische Ohren.

Fluglärm für rheinhessische Ohren.

Am 24. Oktober hat Wir-in-Rheinhessen seine Leser aufgerufen, ihre Meinungen und Stellungnahmen zum Thema Fluglärm abzugeben. Einige haben bereits von dieser Möglichkeit Gebraucht gemacht. Deshalb hier die Leserstimmen ohne große Vorreden:

Christof aus Ingelheim

Auch mit der Ruhe in Ingelheim ist nun endgültig vorbei. Den wundervollen Ausblick in die Natur kann man nur noch hinter geschlossenen Fenstern genießen.Bereits morgens vor 5 Uhr ist die Nachtruhe vorbei. In weniger als Minutenabständen donnern die Flugzeuge Richtung Frankfurt. Ich hoffe, dass alle Bewohner des Rhein-Main-Gebietes immer mehr auf die Straße gehen und ihrem Unmut kundtun. Es kann nicht sein, dass geldgierige Geschäftemacher von Fraport, bestechliche Regierungsmitglieder und ohnmächtige Stadtverordnete, die ihren Wohnsitz an einem ruhigen Wohnort haben, sich einen Dreck umn die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Mitmenschen scheren. Es wird Zeit, dass wir wie in anderen Ländern auch, z.B. Frankreich, massiver auftreten und zeigen wie ernst es uns ist.

Bernd Freytag aus der Mainzer Oberstadt

Wir wohnen in der Oberstadt und seit die neue Landebahn in Betrieb herrscht hier bei vielen Leuten das blanke Entsetzen. Jetzt donnern die Flieger bei Ostwind in zwei Spuren direkt über die Hausdächer, ganz egal ob Wohnungen, Kliniken, Kindergärten oder Schulen. Auch mit der Ruhe bei Westwind ist es vorbei. Viele Anwohner sind richtiggehend paralysiert – wir wohnen doch nicht in der Wüste sondern in einem der am dichtesten besiedelten Gebiete in Deutschland überhaupt! Wie sich dieser Lärmteppich mit dem Recht auf Unversehrtheit in unserer Verfassung verträgt, ist mir schleierhaft. Bei jedem sonntäglichen Rasenmäher käme sofort das Ordnungsamt, der Lärm von tonnenschweren Düsenjets aber ist gesetzlich nicht beschränkt, man wird verrückt, wenn man nur daran denkt. Wenn sich weder Fraport, noch Flugsicherung noch die hessische Landesregierung um das verfassungsrechtlich verbriefte Recht der körperlichen Unversehrtheit scheren, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn sich irgendwann die Wut so aufstaut, dass sich auch andere nicht mehr an die Spielregeln unserer Gesellschaft halten.
Bernd Freytag

Barbara aus Mainz

Eine Dauerbelastung mit 85 dB verursacht langfristig Gehördschäden.

Eine Dauerbelastung mit 85 dB verursacht langfristig Gehördschäden.

Also hier in der Mainzer Altstadt ist es seit Freitag vorbei mit der Gemütlichkeit. Von morgens früh bis abends spät ein einziges pausenloses
Gedüse und Gebrumme! Das hört man selbst durch geschlossene Doppelglasfenster. Übel. Wie das dann erst bei schönem oder gar heißem Wetter im Sommer werden soll, ist nicht auszudenken! Frischluft ade.

Viola aus Jugenheim

Seit März gibt es kaum Nächte in denen ich durchschlafen kann… die Frachtmaschinen donnern ab 03:50 über Jugenheim hinweg. Und tagsüber überfliegen die Passagiermaschinen teils im Minutentakt und oft bei einer Höhe von höchsten 300 Metern mein Haus. Durch die Schleife die die Maschinen über Jugenheim drehen entsteht ein Aufheulen, dass einem durch Mark und Bein geht.

Die schöne Position die ich mit meiner Hanglage hatte, erweist sich jetzt als zusätzlicher Nachteil und inzwischen kann ich meine Wohnlage nicht mehr ausstehen.

Ich habe mich früher glücklich geschätzt auf dem Land zu wohnen und nahm mangelnde Infrastruktur, kaum Angebote im Bereich Unterhaltung, Bildung und Einkaufsmöglichkeiten in Kauf um ruhig zu wohnen. Nun ist diese Zufriedenheit dahin.

Es ist eine Frechheit, dass ich die von Fraport, Lufthansa und Herrn Koch getroffenen Entscheidungen mit gesundheitlichen und wirtschaftlichen Einbußen bezahlen muss. Wegziehen ist nicht möglich: durch eine langfristige Finanzierung und der Unmöglichkeit finanzielle Verluste auszugleichen bin ich langfristig an das Haus gebunden.

Copyright Initiative gegen Fluglärm in Rheinhessen e.V.

Fluglärm21

Ich verlange ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr, steilere Anflugs- und Abflugswege und die Umverteilung der Flugrouten, damit die Routen nicht konzentriert über Rheinhessen liegen (die Höhe sollte nicht unter 2000 Metern liegen, auch dort wo Schleifen gedreht werden). Ein unabhängiges Gremium also OHNE Fraport- bzw. Lufthansa-Angestellten und Lobbyisten (s. Phoenix Beitrag zu diesem Thema) sollte die Interessen der Bevölkerung wahren, da es der Politik anscheinend total egal ist. Ich weiß, dass dieser Wunsch eher illusorisch ist, es wäre jedoch ein guter Anfang.

Sven Müller aus der Mainzer Oberstadt

Die Lärmbelästigung in der Mainzer Oberstadt und in anderen Ortsteilen von Mainz ist seit dem Inkrafttreten der neuen Flugrouten untragbar. Schon vor 5 Uhr morgens wird “in Griffweite” über unsere Köpfe hinweggeballert, die Kinder im Kindergarten meiner Tochter stehen mit Kopf im Nacken “staunend” da. Das ganze läuft dann mal lässig in kürzesten Abständen bis Abends um 11. Ich habe regelrecht ein schlechtes gewissen, wenn ich meine Familie tagesüber in Mainz im Lärm zurück lasse uns selbst nach Wiesbaden zum Arbeiten gehe.

Durch die neuen Routen wird nicht nur die Wohnqualität in Mainz, insbesondere in der Oberstadt, dramatisch eingeschränkt, bei der Lautstärke sind Gesundheitsschäden meines Erachtens zwangsläufig: Es tut niemandem gut, wenn er sich jede Nacht nur 6 Stunden von 23 bis 5 Uhr ausruhen kann. Meine Tochter liegt abends mit der Decke über dem Kopf im Bett und kann nicht einschlafen. Weiterhin wird das Eigentumsrecht der Grundstückseigentümer mit Füßen getreten.

Lande- und Startflugrouten über Rheinland-Pfalz - Copyright Initiative gegen Fluglärm in Rheinhessen e.V.

Lande- und Startflugrouten über Rheinland-Pfalz - Copyright Initiative gegen Fluglärm in Rheinhessen e.V.

Wichtig sind nun klare Flugverbote für die Zeit von 22 bis 6 Uhr, die auch nicht durch Ausnahmen aufgeweicht werden dürfen. Ferner brauchen wir bessere, steilere Anflugverfahren, der Weisheit letzter Schluss scheinen die am Fraport prkatizierten Verfahren ja offensichtlich nicht zu sein. Heathrow hat da angeblich etwas besseres.

Wir brauchen einen breit organisierten Widerstand gegen diese absolut unzumutbaren Beeinträchtigungen. Ich bin nicht bereit, meine Heimat ohne Widerstand einfach der lärmtechnischen Verwüstung preis zu geben.

Bitte schließen Sie sich dieser Initiative an.

Sven Müller

Max aus Wiesbaden Delkenheim

Also uns hier in Wiesbaden bringt die neue Start- und Landebahn eine erhebliche Entlastung, denn viele Routen, die vorher unseren Ort überflogen haben, sind nun auf die Rheinhessenroute umgeleitet. Es ist aber schade, dass immer andere leiden müssen, damit es einigen besser geht. Da Deutschland sehr dicht besiedelt ist, wäre die einzige Möglichkeit, allen gerecht zu werden wohl, den FraPort in die Einsamkeit Alaskas oder mitten in die Sahara zu verlegen. Eine andere Möglichkeit, die Lärmbelästigung sowohl in Hessen als auch Rheinland-Pfalz abzustellen, sehe ich derzeit leider nicht. Irgendjemand muss wohl immer leiden. Ich genieße jetzt einfach auch mal die Stille…

K.F. Demmerle aus Ingelheim

Guten Tag,

mit Eröffnung der neuen Landebahn ist die Situation hinsichtlich der Lärmbelästigung durch den Flugverkehr zeitweise unerträglich geworden. Dies ist in einer Entfernung von 50 Kilometern zum einem Flughafen absolut nicht akzeptabel.

FRAPORT setzt hier seine wirtschaftlichen Interessen auf Kosten der Bürger des Rhein-Main-Gebietes durch,

Es muss ein ein Flugverbot von 22:00 – 06.00 Uhr ein eine Rücknahme der Nutzung der neuen Landebahn errecht werden.

Mit freundlichen Grüßen