Weitere Informationen finden Sie unter http://www.fluglaerm-rheinhessen.de/

Fluglärm 21 - Copyright 2011 Initiative gegen Fluglärm in Rheinhessen e.V.

Seit Eröffnung der neuen Landebahn Nordwest hat Rheinhessen und Mainz nicht nur bei Ostwind mit der Einflugschneise der parallelen Anflüge sowie Abflüge über die Startbahn-West zu kämpfen, auch bei Westwind donnern künftig startende Flugzeuge die ersten 80 km in einer Höhe von 1500 Metern laut tösend über hessische und rheinhessische Städte und Gemeinden.  Die „stark genutzte Südumfliegung beinhaltet einen bewusst neu geschaffenen, für Fluglotsen wesentlich kritischeren Kollisionskurs“ und bei Triebwerksausfall bei einer Maschine aufgrund der niedrigen Höhe mehr Gefahren für einen Absturz. Eine Katastrophe im Lockerbie-Ausmaß wäre die Folge.

Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) äußert erneut erhebliche Bedenken gegen die neue Südumfliegung, die im August 2011 vom Bundesamt für Flugsicherung (BAF) beschlossen und seit Eröffnung der neuen Nordwestlandebahn umgesetzt wird. Sie wendet sich damit erneut an die Öffentlichkeit, weil die mit der Flugsicherung befassten Stellen die bereits im März geäußerten erheblichen Sicherheitsbedenken weder diskutieren, noch in ihre Planungsüberlegungen mit einbeziehen. Ob dies aus Unkenntnis oder mangelndem Problembewusstsein geschieht, bleibt offen.

Es fehlen Fluglotsen im zwei oder dreistelligen Bereich für den zeitgemäßen Betrieb des Flughafens Frankfurt. Offensichtlich dominieren allein Wirtschaftlichkeitsüberlegungen bei der Expansion des Flughafens. Politische Parteien verweigern seit Jahren eine Gesetzgebung, die die Bevölkerung effektiv vor Fluglärm schützt sowie gesundheitliche Auswirkungen einbezieht. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) arbeitet mittlerweile als stark gewinnorientiertes Unternehmen – möglicherweise mit dem Ziel einen zweiten Privatisierungsversuch zu starten.

Die Fluglotsen sehen, bedingt durch die ungünstige Lage der Landebahn Nordwest, Probleme für eine sichere und zügige Verkehrsabwicklung und daraus resultierend erheblich komplexere und fehleranfällige Arbeitsabläufe für das Personal. Auch kritisieren sie – wie bereits in den früheren Äußerungen – den zusätzlichen Lärm und die CO2-Emissionen durch die längeren Flugrouten. Sie erwarten künftig speziell für die Abflüge spürbare Verzögerungen.

Die Lotsen befürchten weiter, dass der Flughafen Frankfurt – im Gegensatz zum Londoner Flughafen Heathrow, mit 2 Bahnen – nicht einmal mit 4 Bahnen eine reibungslose Abwicklung gewährleisten kann. Heathrow hat effizientere An- und Abflugverfahren und belastet damit die Bevölkerung wesentlich weniger mit Lärm und schädlichen Abgasen.

Die Großdemonstration am 22.10.2011 hat eindrucksvoll gezeigt, dass die Menschen der Region nicht bereit sind, ihre Gesundheit und ihr Leben einer rücksichtslosen Gewinnmaximierung zu opfern. Schlimm genug, dass die Bundesregierung plant, Vertreter von Fluggesellschaften in die DFS zu integrieren, wie es auch schon seit Jahren in den Ministerien passiert, damit diese ungehemmter und unbemerkter von der Öffentlichkeit als bisher ihre Interessen verwirklichen können.

Die Initiative gegen Fluglärm in Rheinhessen e.V. ruft die Bevölkerung auf, die getroffenen, gegen die Bevölkerung gerichteten Entscheidungen von Bundes- und Landesbehörden nicht hinzunehmen und damit einer Verschlechterung der Lebensqualität in unserer Region entgegenzuwirken. Weitere Informationen finden Sie unter www.fluglaerm-rheinhessen.de oder diskutieren Sie mit unter www.facebook.com/fluglaerm-rheinhessen

Pressemeldungen der Gewerkschaft der Flugsicherung:

N24 Beitrag „Wir sind drin – Konzernlobbyisten im Zentrum der Macht“