Sonntag, Juli 5

WIR will Ihre Stimme zum Thema Fluglärm in Rheinhessen

Fluglärm für rheinhessische Ohren. (Bild: stock.xchng)
Fluglärm für rheinhessische Ohren. (Bild: stock.xchng)

Vergangenen Freitag wurden mit der Eröffnung der neuen Startbahn Nord Fakten geschaffen. Die Anzahl der stündlichen Flugbewegungen steigt von 83 auf 126. Neue An- und Abflugrouten bringen mehr Flugzeuge über Rheinhessen und mehr Gemeinden werden stärker mit Fluglärm belastet. Die Gemeinden Klein-Winternheim, Ober-Olm, Nierstein, Lörzweiler und Nackenheim haben den Klageweg beschritten, um den Zuwachs des Fluglärms zu bekämpfen. Die Fraport AG und Airlines bemühen sich, das einstmals zugesagte Nachtflugverbot – Vorraussetzung für die Zustimmung zum Bau der Startbahn Nord – aufzuweichen und zu kippen. Am Samstag dem 22. Oktober demonstrieren in Mainz zehntausende Menschen gegen den Fluglärm.

Jetzt sind Sie dran!

Sagen Sie laut Ihre Meinung zum Thema Fluglärm. Berichten Sie, wie Sie vom zunehmenden Lärm belastet werden. Schildern Sie ihre Sorgen und Befürchtungen. Sagen Sie, was Sie von den verantwortlichen Politikern, der Fraport AG und den Fluggesellschaften fordern. Wir-in-Rheinhessen wird ihnen nicht nur hier auf der Seite Gehör verschaffen, sondern die gesammelten Zuschriften auch allen beteiligten Institutionen und Organisationen zukommen lassen. Schreiben Sie einfach eine E-Mail an redaktion@wir-in-rheinhessen.de. oder nutzen Sie die Kommentarfunktion hier unten auf der Seite.  Nennen Sie Namen und Wohnort und dann schreiben Sie Ihre Meinung, so kurz oder ausführlich wie Sie es wollen und für nötig halten.

8 Comments

  • Max aus Delkenheim

    Also uns hier in Wiesbaden bringt die neue Start- und Landebahn eine erhebliche Entlastung, denn viele Routen, die vorher unseren Ort überflogen haben, sind nun auf die Rheinhessenroute umgeleitet. Es ist aber schade, dass immer andere leiden müssen, damit es einigen besser geht. Da Deutschland sehr dicht besiedelt ist, wäre die einzige Möglichkeit, allen gerecht zu werden wohl, den FraPort in die Einsamkeit Alaskas oder mitten in die Sahara zu verlegen. Eine andere Möglichkeit, die Lärmbelästigung sowohl in Hessen als auch Rheinland-Pfalz abzustellen, sehe ich derzeit leider nicht. Irgendjemand muss wohl immer leiden. Ich genieße jetzt einfach auch mal die Stille…

  • Sven Müller

    Die Lärmbelästigung in der Mainzer Oberstadt und in anderen Ortsteilen von Mainz ist seit dem Inkrafttreten der neuen Flugrouten untragbar. Schon vor 5 Uhr morgens wird „in Griffweite“ über unsere Köpfe hinweggeballert, die Kinder im Kindergarten meiner Tochter stehen mit Kopf im Nacken „staunend“ da. Das ganze läuft dann mal lässig in kürzesten Abständen bis Abends um 11. Ich habe regelrecht ein schlechtes gewissen, wenn ich meine Familie tagesüber in Mainz im Lärm zurück lasse uns selbst nach Wiesbaden zum Arbeiten gehe.

    Durch die neuen Routen wird nicht nur die Wohnqualität in Mainz, insbesondere in der Oberstadt, dramatisch eingeschränkt, bei der Lautstärke sind Gesundheitsschäden meines Erachtens zwangsläufig: Es tut niemandem gut, wenn er sich jede Nacht nur 6 Stunden von 23 bis 5 Uhr ausruhen kann. Meine Tochter liegt abends mit der Decke über dem Kopf im Bett und kann nicht einschlafen. Weiterhin wird das Eigentumsrecht der Grundstückseigentümer mit Füßen getreten.

    Wichtig sind nun klare Flugverbote für die Zeit von 22 bis 6 Uhr, die auch nicht durch Ausnahmen aufgeweicht werden dürfen. Ferner brauchen wir bessere, steilere Anflugverfahren, der Weisheit letzter Schluss scheinen die am Fraport prkatizierten Verfahren ja offensichtlich nicht zu sein. Heathrow hat da angeblich etwas besseres.

    Wir brauchen einen breit organisierten Widerstand gegen diese absolut unzumutbaren Beeinträchtigungen. Ich bin nicht bereit, meine Heimat ohne Widerstand einfach der lärmtechnischen Verwüstung preis zu geben.

    Bitte schließen Sie sich dieser Initiative an.

    Sven Müller

  • Viola

    Seit März gibt es kaum Nächte in denen ich durchschlafen kann… die Frachtmaschinen donnern ab 03:50 über Jugenheim hinweg. Und tagsüber
    überfliegen die Passagiermaschinen teils im Minutentakt und oft bei einer Höhe von höchsten 300 Metern mein Haus. Durch die Schleife die die Maschinen über Jugenheim drehen entsteht ein Aufheulen, dass einem durch Mark und Bein geht.
    Die schöne Position die ich mit meiner Hanglage hatte, erweist sich jetzt als zusätzlicher Nachteil und inzwischen kann ich meine Wohnlage nicht mehr ausstehen.

    Ich habe mich früher glücklich geschätzt auf dem Land zu wohnen und nahm mangelnde Infrastruktur, kaum Angebote im Bereich Unterhaltung, Bildung und Einkaufsmöglichkeiten in kauf um ruhig zu wohnen. Nun ist diese Zufriedenheit dahin.

    Es ist eine Frechheit, dass ich die von Fraport, Lufthansa und Herrn Koch getroffenen Entscheidungen mit gesundheitlichen und wirtschaftlichen Einbußen bezahlen muss. Wegziehen ist nicht möglich: durch eine langfristige Finanzierung und der Unmöglichkeit finanzielle Verluste auszugleichen bin ich
    langfristig an das Haus gebunden.

    Ich verlange ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr, steilere Anflugs- und Abflugswege und die Umverteilung der Flugrouten, damit die Routen nicht konzentriert über Rheinhessen liegen (die Höhe sollte nicht unter 2000 Metern liegen, auch dort wo Schleifen gedreht werden). Ein unabhängiges Gremium also OHNE Fraport- bzw. Lufthansa-Angestellten und Lobbyisten (s. Phoenix Beitrag zu diesem Thema) sollte die Interessen der Bevölkerung wahren, da es der Politik anscheinend total egal ist. Ich weiß, dass dieser Wunsch eher illusorisch ist, es wäre jedoch ein guter Anfang..

  • Barbara aus Mainz

    Also hier in der Mainzer Altstadt ist es seit Freitag vorbei mit der Gemütlichkeit. Von morgens früh bis abends spät ein einziges pausenloses
    Gedüse und Gebrumme! Das hört man selbst durch geschlossene Doppelglasfenster. Übel. Wie das dann erst bei schönem oder gar heißem Wetter im Sommer werden soll, ist nicht auszudenken! Frischluft ade.

  • Bernd Freytag

    Wir wohnen in der Oberstadt und seit die neue Landebahn in Betrieb herrscht hier bei vielen Leuten das blanke Entsetzen. Jetzt donnern die Flieger bei Ostwind in zwei Spuren direkt über die Hausdächer, ganz egal ob Wohnungen, Kliniken, Kindergärten oder Schulen. Auch mit der Ruhe bei Westwind ist es vorbei. Viele Anwohner sind richtiggehend paralysiert – wir wohnen doch nicht in der Wüste sondern in einem der am dichtesten besiedelten Gebiete in Deutschland überhaupt! Wie sich dieser Lärmteppich mit dem Recht auf Unversehrtheit in unserer Verfassung verträgt, ist mir schleierhaft. Bei jedem sonntäglichen Rasenmäher käme sofort das Ordnungsamt, der Lärm von tonnenschweren Düsenjets aber ist gesetzlich nicht beschränkt, man wird verrückt, wenn man nur daran denkt. Wenn sich weder Fraport, noch Flugsicherung noch die hessische Landesregierung um das verfassungsrechtlich verbriefte Recht der körperlichen Unversehrtheit scheren, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn sich irgendwann die Wut so aufstaut, dass sich auch andere nicht mehr an die Spielregeln unserer Gesellschaft halten.
    Bernd Freytag

  • Christof

    Auch mit der Ruhe in Ingelheim ist nun endgültig vorbei. Den wundervollen Ausblick in die Natur kann man nur noch hinter geschlossenen Fenstern genießen.Bereits morgens vor 5 Uhr ist die Nachtruhe vorbei. In weniger als Minutenabständen donnern die Flugzeuge Richtung Frankfurt. Ich hoffe, dass alle Bewohner des Rhein-Main-Gebietes immer mehr auf die Straße gehen und ihrem Unmut kundtun. Es kann nicht sein, dass geldgierige Geschäftemacher von Fraport, bestechliche Regierungsmitglieder und ohnmächtige Stadtverordnete, die ihren Wohnsitz an einem ruhigen Wohnort haben, sich einen Dreck umn die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Mitmenschen scheren. Es wird Zeit, dass wir wie in anderen Ländern auch, z.B. Frankreich, massiver auftreten und zeigen wie ernst es uns ist.

  • Regina

    Hier in Wörrstadt ist es auch nicht besser.Dauerbeschallung und Lärmteppich im 2-3
    Minutentakt direkt über meinem Haus.Von 5.00 bis 23.00 Uhr täglich.Ein Aufhalten im freien ist nicht mehr möglich ohne das man sich gegenseitig laut anreden muss!Auch bei geschlossenem Fenster dringt der Lärm in die Zimmer.Ich wohne mit meiner Familie eigentlich in einer sehr ruhigen Wohngegend,wenn nicht ständig das Gedröhne und
    Gejaule über unseren Köpfen wäre!Und ganz ehrlich,WIR wollen und können uns bestimmt nicht daran gewöhnen…das ist FOLTER und KÖRPERVERLETZUNG!!!

    So langsam aber sicher schlägt meine Vernunft in blanke Wut über! Es ist eine bodenlose Frechheit von der Fraport und Lufthansa uns hier regelrecht einer ständigen Lärmfolter auszusetzten!

    Ja,ja Geld regiert die Welt,auf Kosten unserer Gesundheit und vor allen Dingen der unserer Kinder!

    Ich hoffe Koch und Co wißen auf was für einem dünnen Eis sie sich bewegen und ich denke das es nur noch eine Frage der Zeit ist das die betroffene Bevölkerung auf die Barikaden geht!

    In disem Sinne wünsche ich allen betroffenen wenigstens eine angenehme Nachtruhe!

  • Hildegard Mayer

    „Jeder ist sich selbst der Nächste“

    Seit Jahren verfolge ich die Aktionen gegen Flughafenausbau und Fluglärm. Jetzt ist es auch in Rheinhessen (ich wohne in der Nähe von Stadecken) etwas lauter geworden, und – stellen Sie sich vor – ich bin damit einverstanden!
    Ich fliege auch gelegentlich, vielleicht durchschnittlich einmal im Jahr. Wie kann ich dann, wenn ich manchmal selber indirekt an der Verursachung von Fluglärm beiteiligt bin, anderen Menschen dasselbe Vergnügen streitig machen? Dass meine Urlaubsflüge immer seltener werden, liegt an den Massen von Fluggästen, die nicht nur zur Urlaubszeit die Terminals füllen, und die vor allem das Einchecken zu einer stressreichen Geduldsprobe machen.
    Wie sollen die Fluggesellschaften darauf reagieren? Sollen sie die Preise erhöhen, damit nicht mehr Hinz und Kunz in die Dom. Rep. fliegen kann? Oder sollen sie würfeln und dann die Hälfte der Leute wieder nach Hause schicken?
    Das Problem sind doch die vielen Passagiere, die mal wieder in Urlaub fliegen wollen oder die Geschäfstsreisenden, die trotz Videokonferenzen lieber vor Ort sein wollen, um dann aber rechtzeitig vor der nächsten Protestaktion wieder zu Hause zu sein.
    Wenn sich die Zahl der Flugreisenden halbiert oder wir nicht mehr auch zu Weihnachten Erdbeeren essen wollen, hat sich das Problem Fluglärm schnell selbst erledigt. Aber dafür müsste jeder selbst die Notwendigkeit der eigenen Flugreise und des Konsums kritisch hinterfragen.
    Wenn aber die Passagierzahlen bleiben wie sind sind oder steigen, kann der Lärm doch nur verteilt werden – runter müssen sie alle -, aber in dem Fall ist sich jeder selbst der Nächste: Rheinhessen gegen den Taunus, Wiesbaden gegen Mainz, Flörsheim gegen Raunheim… Miteinander geredet wird doch schon lange nicht mehr. Da kann man nur auf akzeptable Gerichtsentscheidungen hoffen.

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