Das war so nicht geplant: Als Cheftrainer Lars Wessel djk-Abteilungsleiter Sven Labenz, nach Spielende per SMS vom Ergebnis im weit entfernten Kassel unterrichtete, gab es zunächst etwas Verwirrung und verirrte Glückwunsche. An eine 80:100-Niederlage aus Sicht der Nieder-Olmer hatte im heimischen Rheinhessen keiner gedacht.

Ratlose Gesichter auf der djk-Bank

Ratlose Gesichter auf der djk-Bank

Mit nur sieben Spieler aus dem eigentlichen Kader, sowie Nachwuchstalent Jonas Benner angereist, gerieten die Drachen direkt im ersten Spielabschnitt gehörig unter die Räder: Die lange Anfahrt, zusätzlich erschwert durch zahlreiche Staus in der Kasseler Innenstadt, steckte den Rheinhessen wohl noch in den Knochen – mit einfachen Pässen und leichten Fast Breaks schlugen die Gastgeber die djk`ler mit den eigenen Waffen und erarbeiteten sich einen ersten Vorsprung.

Ohne Nico Mannherz (privat verhindert), Mario Volarevic, Nik Berks, Martin Weis und David Przybyla (alle verletzt / krank), fiel es schwer, in den Rhythmus der letzten Spiele zu kommen. „Wir haben den Gegner immer wieder zu schlechten Würfen gezwungen, aber haben beim Rebound einfach schlecht gestanden und so einfache zweite Chancen zugelassen“, fasste Lars Wessel einen der Schlüsselfaktoren zur Niederlage zusammen.

In der Offensive lief vieles zwar rund, aber in den entscheidenden Momenten wollte der Ball nicht in immer in den Korb. Neben John Duke (14), taten sich Kevin Endler (24) und Arne Jörgensen (14) als Punktesammler hervor. Drachen-Top-Scorer Savas Erdem hatte seine heiße Wurfhand wohl in Nieder-Olm vergessen und konnte der Mannschaft nicht die erhofften Impulse geben. Ernüchternd fasste der Co-Capitano nach Spielende zusammen: „Wir müssen Defense spielen“ – und traf den Nagel damit auf den Kopf.

„100 Punkte sind definitiv zu viel“, so auch Wessel, der einen schlagbaren Gegener sah, den man immer wieder selbst stark gemacht hatte. Vor allem der Kass`ler Marcus Bernhart stellte die Nieder-Olmer Verteidigung mit 28 Punkten auf eine harte Probe.

Nachdem Aufbauspieler Ray Wolf früh in Foulprobleme geriet und die Fehler in der Reboundarbeit nicht abgestellt wurden, musste man mit leeren Händen die weite  Heimreise antreten – in der Hoffnung, dass man Defense und Wurfhand irgendwo rund um das Nieder-Olmer Sportgelände findet, die Staus in Kassel großflächig umgeht und Glückwunsche via Kurzmitteilung kommende Woche korrekt und eingeplant sind.

Scorer: Endler (24), Duke (14), Jörgensen (14), Erdem (10), Grunenberg (8), Figgemeier (4), Wolf (3), Benner (3).

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