Montag, November 30

3. Rheinhessen-Konferenz war ein voller Erfolg

Unter dem Motto „Rheinhessen AUSGEZEICHNET! Auf dem Weg zur regionalen Dachmarke“ fand am 7. September 2011 die 3. Rheinhessen-Konferenz am Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück (DLR) in Oppenheim statt. Initiatoren der Veranstaltung waren neben dem DLR Rheinhessenwein e. V., Rheinhessen Marketing e. V. und die Rheinhessen Touristik GmbH.

„Rheinhessen hat gute Voraussetzungen zur Weinerlebnisregion Nr. 1 in Deutschland zu werden. Wir müssen unsere Potentiale nutzen und unsere Gäste mit Qualität begeistern.“, forderte Landrat Ernst-Walter Görisch (Landkreis Alzey-Worms) auch im Namen seines Kollegen Claus Schick (Landkreis Mainz-Bingen) die 100 Teilnehmer auf. Der Aufbau der Dachmarke Rheinhessen und ein damit verbundenes Qualitätssiegel für die Top-Produkte und –Projekte in der Region sind für die Landräte eine wichtige Entwicklung um im nationalen und internationalen Wettbewerb stand zu halten.

Staatssekretär Dr. Thomas Griese vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten spornte die Teilnehmer in seinem Grußwort an, im Qualitätsdenken nicht nachzulassen. „Der Dreiklang auf Genussqualität, Landschaft und lukullischen Köstlichkeiten hat eine besondere Anziehungskraft auf unsere Gäste. Rheinland-Pfalz profiliert sich als Land des Lebensgenusses, was eine große Chance für die Dachmarke Rheinhessen darstellt“, so Griese. Er sicherte die Unterstützung der Landesregierung für den Dachmarkenprozess zu.

Otto Schätzel, leitender Landwirtschaftsdirektor am DLR, führte das Auditorium in die aktuellen Entwicklungen der Dachmarke Rheinhessen ein: Zunächst wurde festgelegt, wie sich die Region als Marke zukünftig positionieren wird. So steht die Region für Innovation und Dynamik, Qualität und Kompetenz sowie für Kultur und Tradition. Als nächster Schritt wurde ein gemeinsames Leitbild formuliert, das per Mail bei kathrin.saaler@dlr.rlp.de angefordert werden kann. Des weiteren wurde das Qualitätszeichen „Rheinhessen AUSGEZEICHNET“ entwickelt, das in Zukunft Projekte und Initiativen aus den Bereichen Tourismus, Wein, Kultur und Wirtschaft als Leuchttürme für Rheinhessen nach vorne stellen und andere motivieren soll, im Premiumbereich dabei zu sein und entsprechende Qualitäten zu bieten. Nun gilt es, die Aktiven in der Region für die Dachmarken und die Gäste zu begeistern. An einem entsprechenden Kommunikationskonzept wird aktuell gearbeitet. „Rheinhessen ist auf dem Weg alle Aktivitäten qualitativ weiterzuentwickeln. Mit der Dachmarke wollen wir diese Qualitätsoffensive weiter vorantreiben.“, bestätigt Schätzel.

Der Startschuss für das Qualitätszeichen „Rheinhessen AUSGEZEICHNET“ wird mit der Auszeichnung von Vinotheken unter der Regie der Rheinhessen Touristik GmbH fallen. Wie wichtig es dabei ist, nie die Zielgruppe aus den Augen zu verlieren, zeigte Stefan Herzog – Geschäftsführer der Rheinhessen Touristik GmbH – in seinem Vortrag auf. Zurzeit werden Kriterien für die Auszeichnung der Vinotheken erarbeitet, die interessierte Betriebe bei der Rheinhessen Touristik (info@rheinhessen.info) anfordern können. „Einheitliche Öffnungszeiten, Fachkenntnis und eine umfangreiche Weinauswahl sind wichtig, aber ohne Ambiente und Stimmung, ohne regionale Authentizität wird bei der Zielgruppe keine Begehrlichkeit geweckt. Eine gelungene Kombination zwischen Emotion, Ambiente, Atmosphäre einerseits und Produktqualität, Servicequalität und Verfügbarkeit andererseits sind gefragt!“, bestätigte Herzog.

Als Best-Practice Beispiel lieferte die Vorstellung der Dachmarke Südtirol Ideen und Motive für die Entwicklung der Marke Rheinhessen. Dr. Christoph Engl, Direktor der Südtirol Marketing Gesellschaft stellte eindrucksvoll vor, wie es der Region Südtirol gelingt, Begehrlichkeiten bei den Gästen zu wecken und sie für die Region zu begeistern. „Durch eine einfache, klare Darstellung der Region mit emotionalisierenden Bildern kann die Aktivierung der Gäste gelingen.“, so der Marketingexperte. Südtirol führt Landschaft, Produkte und Menschen zusammen und kommuniziert die Region als Lebensgefühl, bei dem Zeit, Sinn, Raum und Ruhe die tragende Rolle spielen – also genau die Dinge, die in unserer heutigen Gesellschaft zum Luxusgut geworden sind. „Mit Leidenschaft und Energie können wir positive Gefühle bei unseren Gästen wecken und somit Begehrlichkeiten schaffen“, betonte Engl.

Rheinhessen-Spezialist Volker Gallé gab im Hinblick auf den 200. Geburtstag der Region im Jahre 2016 einen Rückblick über die Geschichte und Entstehung Rheinhessens. Da die Region aktuell nicht mehr politisch (in Form eines Bezirks oder Landkreises) existiert, ist die Umsetzung von Projekten nicht immer einfach. So fordert Gallé einen Bezirksverband Rheinhessen, gerade auch um die Arbeit zum großen Jubiläum zu erleichtern. Für eine nachhaltige Koordination sind ein hauptamtliches Organisationsbüro und ein entsprechendes Budget unabdingbar. Die Planungen für 2016 laufen: So soll es unter anderem neben einem Festakt am 8. Juli 2016 eine Ausstellung zum Jubiläum im Landesmuseum in Mainz geben. Bestehende Veranstaltungen werden in die Feierlichkeiten eingebunden und auch die vielen Aktiven aus den Interessengemeinschaften werden ihren Beitrag leisten. Für die Projektplanung regte Gallé „Story-Telling-Workshops“ an, um gemeinsame Erzählungen für die Region zu finden und auszuarbeiten.

Den Abschluss der 3. Rheinhessen-Konferenz bildete eine Talkrunde mit Aktiven aus der Region. Gemeinsam wurde überlegt, wie die Teilnehmer die Dachmarke erfolgreich für Rheinhessen umsetzen können. Sternekoch Frank Buchholz betonte die Notwendigkeit sich durch Regionalität zu profilieren und von anderen abzuheben. So arbeitet er eng mit Obst- und Gemüsebauern sowie Winzern in der Region zusammen. Die Spur der eigenen Wege ist auch für Manfred Lüer, Chefredakteur des Magazins VivArt Mainz-Rheinhessen von großer Bedeutung, der mit Begeisterung die Entwicklung und das Ideenreichtum der jungen Winzergeneration beobachtet. Er rief dazu auf, die vielen interessanten Charakterköpfe der Region für die Kommunikation zu nutzen und deren „Coolness“ nach außen zu transportieren. Iris Leonhardt (IG Gartenführer Rheinhessen) und Heidrun Steitz (IG Urlaub beim Rheinhessenwinzer) berichteten von ersten Ideen der Interessensgemeinschaften untereinander, sich gemeinsam mit Winzern und Gastronomen zu vernetzen um die Stärken eines jeden einzelnen zu nutzen und den Gästen Premiumpakete in Sachen Weinerlebnis zu bieten. Dafür kann der Kontakt zu Matthias Tietz, Geschäftsführer des Paketreise-Anbieters Profi-Concept sehr hilfreich sein. Mit seinem Team will Tietz die weintouristische Vermarktung der Great Wine Capital Mainz mit der Region Rheinhessen optimieren. Die Qualität der Angebote sieht er dabei als Voraussetzung, die Gäste heute erwarten. Darüber hinaus müsse es gelingen, die Gäste mit besonderen Angeboten zu überraschen und das Potential der Region Rheinhessen als Destination für Kurzreisen zu nutzen. Zum Abschluss gab Dr. Engl von der Dachmarke Südtirol den Teilnehmern mit auf den Weg, den Mut zu haben, Ideen konsequent durchzusetzen, auch wenn der Weg nicht immer bequem und geradlinig sei. Doch durch den Einsatz der Menschen in der Region und die vielen kreativen Ideen, kann Rheinhessen eine erfolgreiche Weinerlebnisregion werden.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Melden Sie sich zu unserem Newsletter an!

Einmal in der Woche die interessantesten und wichtigsten Nachrichten und Geschichten aus Rheinhessen.

Prima. es hat geklappt. :-)

Pin It on Pinterest

Share This

Teilen

Teile das mit Deinen Freunden!