Im Rahmen der Ferienspiele fand Anfang August das Kinder-Event „Rund um Seife“ statt: 13 Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren durften einen ganzen Tag lang in Blüten und Düften schwelgen. Die Begeisterung war groß.

Beispielseifen

Es entstanden zauberhafte kleine, duftende Kunstwerke.

Der Tisch war schon mit Schüsseln, Raspeln und großen Seifenstücken gedeckt, als die Kinder nach und nach eintrafen. „Oh, die sind ja schon fertig..“ – „Nein, die duften noch garnicht!“, waren die ersten Reaktionen auf die Naturseifen-Stücke.

Recht hatten sie beide: Weil das eigentliche Seifensiden mit der ätzenden Lauge zu gefährlich für Kinderhände ist, führte Dr. Thomas Haertel den Siedevorgang life am improvisierten „Labortisch“ vor. So erfuhren die Kinder, dass beim Seifensieden zunächst feste Fette geschmolzen werden und dann flüssige Öle und die Lauge hinzukommen. „Und dann kräftig rühren – das dauert eine Weile!“ – Unterdessen gab es noch ein paar Informationen zur Geschichte der Seife – von den alten Sumerern über die römische Badekultur, die Badehäuser im Mittelalter bis hin zur Neuzeit. Die Kinder staunten, als sie von der türkischen Stadt Edirne erfuhren, die berühmt ist für ihre naturgetreuen Obstnachbildungen aus Seife. Auch dort wird die gesiedete Seife zunächst geraspelt. „Das wollen wir heute auch machen“, hieß es dann – und schon ging es „Auf die Seife, fertig – los!“

Die Kinder waren mit Feuereifer dabei und verarbeiteten ihre großen Seifenstücke zu kleinen Spänen. Anschließend durften sie sich von den getrockneten Blüten soviel aussuchen, wie sie wollten. Die Entscheidung zwischen Rosenblüten, Lavendel, Orangenblüten, getrockneter Kamille, Ringelblumen oder Jasmin fiel sichtlich schwer – und so entschieden sich die meisten für „Alles!“. Anschließend kamen noch ätherische Öle für den Duft hinzu. „Dürfen wir auch mischen?“, kam prompt die Frage. „Na klar! Wenn die Düfte zu einander passen – warum nicht!“, lachten die Veranstalter und so wurden aus den kleinen Seifenkünstlern auch ganz schnell Duftkreateure. „Ich nehme Rose – und Vanille“ – „Blutorange ist toll“, „Ich möchte Zitrone dazu…“, „Die Minze riecht wie Kaugummi.“: Stimmengewirr, Spaß und eine Wolke von schönen Düften schwebten über die Terrasse des Museums. Es sei auch verraten: Rose und Blutorange waren die Favoriten dieses Duftsommers.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen mit hausgemachter Pizza – lecker serviert von Regina Linckh – ging es gleich weiter. Nun wurde Transparent-Seife geschmolzen und in kleinen Keramik-Krügen mit Duft und Farbe versehen. In bunten Blumenförmchen hatten die Kinder zuvor schon kleine Muscheln, Blüten, goldene und silberne Zuckerkugeln und Verschiedenes mehr als Dekoration bereitgelegt: „Weil es hinterher schnell gehen muss, wenn die Seife schon geschmolzen ist.“ Es entstanden zauberhafte kleine Kunstwerke.

Zwischendurch ging es immer wieder mit der life-gesiedeten Seife aus der Vorführung weiter: Sie wurde im Backofen zur Reifung gebracht und die Kinder erlebten, wie das Aussehen der Masse sich veränderte, diese mit Duft und Farbe in die Formen gebracht und anschließend marmoriert wurde. – 28 Kellen Seife wurden auf die Formen verteilt, die anschließend zum Aushärten gekühlt werden mussten. Ehrensache, dass die Kinder auch hiervon jeder ein Stück mit nach Hause nehmen durften – von „ihrer“ Seife, deren komplette Entstehung sie gesehen hatten.

Mit Seifenblasen-Spielen, Muffins und Mohrenköpfen fand der Tag seinen Ausklang und als die Eltern ihre Sprösslinge wieder abholten, trug jeder Teilnehmer stolz einen goldenen (Papp-)Teller voller Seife nach Hause. Deren Bestimmung wurde auch schon verlautbar: „Dieses Seifenstück bekommt die Oma!“, hörte man häufig. So muss es an diesem Tag einige sehr liebevoll beschenkte Großmütter in Guntersblum gegeben haben…

Die Aktion wurde durchgeführt und gesponsort von Britta und Thomas Haertel, Der kleine Luxus GbR – der Naturseifen-Laden in Guntersblum – und Ulrike Hillesheim, Grundschullehrerin und Vorstandsmitglied des Kulturvereins Guntersblum.

In der Zwischenzeit kamen auch einige Rückmeldungen der Eltern: „Der Tag hat den Kindern ganz toll gefallen und die Seife ist auch ganz toll.“

Aufgrund dieser positiven Resonanz wird es alsbald eine Fortsetzung geben. Vielleicht schon im Herbst, spätestens jedoch in der Vorweihnachtszeit sind neue Seifen-Events geplant.