Der Klassiker aus den Slapstick-Filmen hat auch heute nichts von seiner Komik verloren.

Der Klassiker aus den Slapstick-Filmen hat auch heute nichts von seiner Komik verloren.

Sie ist knallpink, cremig und süß. Auf den kunstvoll aufgespritzten Rosetten thronen dunkelrote Amarenakirschen – kurz: Sie ist zum Anbeißen! Doch die Torte, die von den Konditormeistern der Oppenheimer Bäckerei Reuther mühevoll angefertigt wurde, dient einem anderen Zweck: Sie soll im Gesicht von Stadtbürgermeister Marcus Held landen…

Geprobt wird hier für die Tortenschlacht im Stück "Wer hat Angst vor Viginia Woolf".

Geprobt wird hier für die Tortenschlacht im Stück "Wer hat Angst vor Viginia Woolf".

„Alles für die Kunst“, so lautet das Motto an diesem Morgen in der Backstube von Reuthers Auf der Saar, wo eines der wichtigsten Requisiten für die diesjährigen Oppenheimer Festspiele entsteht. Für das Theaterstück „Wer hat Angst vor Virgina Woolf?“ hat Regisseur Oliver Vorwerk nämlich eine wilde Tortenschlacht vorgesehen. „Diese zuckersüße Torte steht sinnbildlich für die scheinbar rosarote Beziehung unserer Hauptfiguren, die sich im Laufe des Abends zum regelrechten Ehegemetzel entwickelt“, erklärt der Regisseur. Vorwerks Inszenierung wird, da ist sich auch Produzent Fabian Kelly sicher, alles andere als ein langweiliger Theaterabend: „Wir werden den brillanten Stoff von Edward Albee, den viele vielleicht auch durch den Film mit Elizabeth Taylor und Richard Burton kennen, sehr zugespitzt und mit einer gehörigen Portion Sarkasmus auf die Bühne bringen.“ „Es wird zum Schreien komisch, aber den Zuschauern wird immer wieder das Lachen im Hals stecken bleiben“, glaubt auch Vorwerk. So wird die leckere Torte eben gerade nicht zur Kaffeetafel gereicht, sondern landet am Ende des Stückes im Gesicht der Darsteller.

Links Bürgermeister Marcus Held der Stadt Oppenheim, rechts Fabian Kelly von Kelly Entertainment und Joachim und Cornelia Reuther.

Links Bürgermeister Marcus Held der Stadt Oppenheim, rechts Fabian Kelly von Kelly Entertainment und Joachim und Cornelia Reuther.

Dass auch die Torte alles andere als gewöhnlich ist, versteht sich somit quasi von selbst. „Sie sollte in erster Linie natürlich toll aussehen und gute Flugeigenschaften haben“, sagt Bäcker Joachim Reuther. „Außerdem sollten möglichst wenig Lebensmittel zum Einsatz kommen und die Torte trotzdem hygienisch einwandfrei sein.“ Eine umfassende Aufgabe, die das Konditorteam mit Bravour bewältigte. Dass sich für den ersten „Flugtest“ der Torte der Bürgermeister höchst persönlich zur Verfügung stellt – Ehrensache für Marcus Held: „Wir freuen uns sehr auf die neue Eigenproduktion der Stadt und ich danke schon jetzt allen Mitwirkenden für ihr tolles Engagement. Den Tortentest erledige ich da natürlich gerne.“ Das lässt sich Fabian Kelly nicht zweimal sagen. Einmal kräftig ausholen und mit Schwung klatscht das gute Stück mitten ins Gesicht des Bürgermeisters. Der trägt es mit Fassung und attestiert dem Objekt nicht nur butterweiche Konsistenz: „Die schmeckt dazu ja auch noch richtig gut“, freut sich Held lachend. Einzig sein schwarz-weißes Hemd hat diesen Test nicht so gut überstanden…

Links Bürgermeister Marcus Held der Stadt Oppenheim, rechts Fabian Kelly von Kelly Entertainment und Bäckermeister Joachim Reuther.

Links Bürgermeister Marcus Held der Stadt Oppenheim, rechts Fabian Kelly von Kelly Entertainment und Bäckermeister Joachim Reuther.

Die Premiere von „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ findet am 23. September um 20 Uhr im Oppenheimer Amtsgerichtskeller statt. Einen ersten Vorgeschmack können Neugierige bereits an diesem Freitag erleben: Während der Eröffnung des Oppenheimer Weinfestes wird das Festspiel-Ensemble eine exklusive erste Kostprobe des Stückes auf dem Markplatz präsentieren.

Infos
Termine : 23. September (Premiere), 24., 30 September, 7. Und 8. Oktober, 20 Uhr, Amtsgerichtskeller
Karten unter 06133/490919 oder unter www.festspiele-oppenheim.de