Deutschland gegen Norwegen im Bruchweg-Stadion.

Von Fussball habe ich keine Ahnung. Das gebe ich offen zu. Erst vor wenigen Jahren habe ich verstanden, dass die Abseitsfalle nicht zum Einfangen wilder Tiere auf dem Platz dient. Aber wie diese Falle funktioniert, dass entzieht sich bis heute meinem Verständnis. Aber auch Skat habe ich nie verstanden. Wie Fussball grundsätzlich funktioniert, das zumindest weiß ich. Und dann war doch jemand so nett, mich zu fragen, ob ich mit zu Spiel der deutschen Frauennationalmannschaft gegen Norwegen wollte. Dieses letzte Testspiel vor der Weltmeisterschaft bestritt die Mannschaft im Bruchwegstadion. Und deshalb kommt jetzt hier mein Spielbericht, der keinen Anspruch auf Kompetenz erhebt, sondern quasi „wie gesehen“ berichtet.

Vermutlich werden etliche Mainz 05-Fans mir jetzt zürnen, wenn ich sage, dass es Zeit wurde, dass die Coface-Arena gebaut wird. Das Bruchwegstadion, in dem ich gestern erstmals war, ist ja doch ein einziges Provisorium und unsere Tribüne – O-Block Stehplatz unten direkt am Rasen – ist aus demselben Material wie Baugerüste erstellt. Aber die Stimmung war einfach GEIL! Immerhin über 13.800 Zuschauer haben das Spiel live gesehen. Auch „Paule“, das Maskottchen der Frauenfussball-WM, feuerte die Stimmung an, wie im Video zu sehen ist. Ich habe uns kurz vor dem Anstoß mit gar nicht mal so teurem Bier und gar nicht mal so teurer Feuerwurst versorgt. Ich hab mir sagen lassen, dass man nicht im Bruchwegstadion war, wenn man keine Feuerwurst gegessen hat. Wegen mir hätte die Wurst mehr Feuer haben können.

httpv://youtu.be/lWVsI0AGOf4

Richtig viel Feuer hatten unsere Fussballerinnen. Von Anfang an gab‘s auf das Tor der Norwegerinnen mächtig Druck. Ballstark und taktisch wurde da gespielt. Keine Einzelkämpferinnen sondern eine homogene Mannschaft die das Spiel taktisch aufbaute und dann anfangs mehrere Bälle Meter hoch über das Tor der Norweger hinweg ballerte. Die norwegische Torfrau hatte ein neongelbes Trikot an (Siehe Video), da wurdest Du blind von dem grellen Anblick! Und die Frau hat ihren Job sehr gut gemacht, denn bei weitem nicht alle Bälle gingen übers Tor. Ihre deutsche Kollegin hatte eher selten etwas zu tun. Das ganze Spiel fand ich auch sehr fair. Nur anderthalb Fouls und auch sonst kein ruppiges Geschubse, Gehacke und Getrete. Trotzdem wurde hart gekämpft. Frauenfussball ist echt schön anzusehen und ich meine das jetzt NICHT so, wie jetzt mancher denkt.

httpv://youtu.be/T1CjTfH2FpI

Die Mannschaft von Birgit Prinz erspielte sich eine Torchance nach der anderen, nur konnte sie den Ball nicht im Tor versenken. So endete die erste Halbzeit 0:0. Auch die zweite Halbzeit blieb sehr lange torlos. In der 74. Minuten fuhr das ZDF den rund 70 Meter hohen Kamerateleskopturm ein und brachte den Kameramann nebst Arbeitsgerät darauf in Sicherheit. In der 76. Minute fing es an zu schütten. Aber frag nicht wie!! Man ahnt es im Video (ganz) unten. In der 79. Minute versenkte die Duisburgerinnen Laudehr den ersten Ball im Tor der Norwegerinnen. In der 81. Und 82. Minute tat Alexandra Popp das Gleiche. Drei Tore innerhalb von kaum vier Minuten. Sensationell! Und die Stimmung voll am kochen!

httpv://youtu.be/u6Z_6YyeBnI

Nach der Ehrenrunde unserer Frauen-Elf sind wir dann noch einen kleinen Absacker trinken gegangen. Also für mich als absoluten Fussball-Laien, der irgendwann in den 90ern das letzte mal während eines Fußballspiels in einem Stadion war – als Kabelhilfe eines ZDF-Reportage-Teams – muss ich sagen: „Ich geh wieder nuff!“ Das hat echt Spaß gemacht. Und demnächst geh ich mal zu den 05-ern in die Coface-Arena . Achso, eh das ich es vergesse: Danke Wioletta für’s fragen, ob ich mitkommen möchte 🙂

httpv://youtu.be/IjKEeblKIZ8