Der Erfolg steht ....

Die Zehen krallen sich um die Kante des Brettes. Die Knie sind gebeugt, damit die Beine das Wackeln und Schwanken der Planke ausgleichen können. Der Gegner stößt zu, doch der Ball prallt an der Hüfte ab. Jetzt eine Lücke in der Deckung des Gegners finden. Den Ball an der Spitze der Stange in der Lücke platzieren und mit einem beherzten Schub ist der Gegner erledigt und fällt rückwärts in Wasser. Die Zuschauer jubeln und Du bist eine Runde weiter.

Bereits zum sechsten mal luden die Schifferstecher der DLRG Nierstein zusammen mit dem Kanuclub Oppenheim und der DLRG Oppenheim zum Pfingst-Schifferstechen in die Oppenheimer Hafenarena ein. Es wird behauptet, dass die Wäldcheskerb seit dem ersten Pfingst-Schifferstechen immer mit gutem Wetter gesegnet sei, denn früher hat es am Kerbewochenende angegblich immer geregnet. Doch seit es das Event am Hafen gibt, ist das Wetter immer top.

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Dieses Jahr nahmen 15 Kandidaten, elf Männer und vier Frauen, die Herausforderung an und stiegen auf die schwankenden Planken, um gegeneinander anzutreten.

Schiffer- und Fischerstechen haben historische Tradition

... und fällt ...

Das Schifferstechen ist historisch betrachtet ein Kampf um die besten Hafen-Liegeplätze für das eigene Schiff. Ein guter Liegeplatz bedeutete einst schnelles be- und entladen und Zugang zum Land. Und dort wo sich das Ganze Fischerstechen nennt, rangen einst die Männer auf diese Art und Weise um die besten Fischgründe.

Heute ist das ganze aber kein bloßer Spaß, auch wenn dieser am Sontag im Oppenheimer Hafen im Mittelpunkt stand. Die Niersteiner Schifferstecher nehmen an verschiedenen Wettkämpfen und Veranstaltungen teil und wer den Profis beim Stechen zuschaut, erkennt schnell, dass es sich hier um Sport handelt! Es bedarf eines guten Gleichgewichtssinnes, Standfestigkeit, Kraft und Geschicklichkeit. Denn es gilt, den Gegner mit der Stange, an deren vorderen Ende ein Ball befestigt ist, zu Fall zu bringen und selbst auf dem Brett stehen zu bleiben.

... vor allem mit dem Gleichgewichstsinn.

Und wie man am Sonntag bei den Jedermann-Stechern sah, kann aus zu viel Ehrgeiz und Wucht genau der Schwung entstehen, der den Stecher selbst aus dem Gleichgewicht bringt, sodass er ohne Zutun des Gegners im kühlen Nass des Hafenbeckens landete.

Dauern die Kämpfe bei den Profis manchmal bis zu fünf Minuten und länger, so waren die Duelle am Sonntag oft genug binnen Sekunden entschieden. Aber Spaß hatten nicht nur die Teilnehmer, sondern auch die Zuschauer auf den quasi ausgebuchten Rängen.

Petrus ist ein Schifferstecher

Petrus, oder wer auch immer für das Wetter zuständig ist, muss auch ein Schifferstecher sein, denn das Wetter war ideal. Und neben bei bemerkt, Petrus war vor seiner Berufung Fischer! Sonne aber keine brutale Hitze, sodass Jung und Alt einen schönen Nachmittag genießen konnten. Die zahlreichen kühlen Getränke, Kaffee und Kuchen und frische Steaks und Bratwürstchen vom Grill fanden reichlich Zuspruch, sodass gegen Ende der Veranstaltung quasi alles ausverkauft war.

Der eigentliche Sieger ist die gute Sache

Aber auch das Bad im kühlen Nass ...

Nach spannenden Kämpfen konnte in der Finalrunde Thorsten Leistler gegen Markus Bien bestehen und den ersten Platz erringen. Platz drei belegte Helmut Ullrich und auf Rang vier landete Peter Leistler. Die bestplatzierte Dame landete auf Platz elf. Die eigentlichen Sieger aber sind die Kikam und der Verein Luftfahrt ohne Grenzen (LOG). Für die Kikam konnten über die Startgelder 150 Euro gesammelt werden. Die erstmals veranstaltete Tombola zu Gunsten der LOG fand regen Zuspruch und erbrachte 750 euro für den guten Zweck. Bernd Weiß und Mario Gebhardt, die die Veranstaltung wie immer mit ihrem Team organisierten, zeigten sich mit dem Erlös und auch dem Verlauf des Tages sehr zufrieden.

... machte den meisten Spaß.