Die Jagd nach der roten Beere - Erdbeerzeit in Rheinhessen 1

Erdbeeren selber pflücken!

Es ist Erdbeerzeit! Ich muss gestehen, meine Familie und ich sind glühende Anhänger dieser süßen Bodenfrucht. Doch warum immer nur kaufen? Als investigative Journalistin, als die ich mich bisweilen verstehe, steht es außer Frage, dass ich mich selbst einmal in die „Wildnis“ begebe, um die roten Kostbarkeiten zu erjagen. Diese Wildnis befindet sich übrigens zwischen Oppenheim und Worms und nennt sich Selbstpflückfeld!

Voller Vorfreude nahmen wir gleich zwei große Körbe und eine Tupperschüssel mit. Unser Ziel war es, genügend Erdbeeren für eine Torte zu erlegen.

Bauern klagen – immer!
Ist es Ihnen auch schon aufgefallen? Sobald die Sonne scheint, beklagen sich viele Bauern, dass es zu heiß ist. Sollte es mal regnen, beschweren sie sich, dass es zu nass ist. Sie nörgeln, dass es zu kalt ist, wenn es schneit. Doch sollte es mal nicht schneien, ist es ihnen auch nicht recht!

Unser Erdbeerbauer schoss aber den sprichwörtlichen Vogel ab, denn er beklagte sich über die zu hohe Nachfrage: „Es ist schlimm! Dieses Jahr ist hier der Teufel los. Auf den Feldern sind kaum noch reife Erdbeeren“, betonte er und beendete seine ernüchternden Worte mit: „Schade um die armen Kinder, die werden nichts mehr finden.“

Sichtlich betroffen beschlossen wir, die Jagd fortzusetzen.
Zwei Felder hatten wir zur Auswahl. Nach einer gut ausgetüftelten Strategie entschieden wir uns, das Feld abzusuchen, welches weniger stark von gegnerischen Erdbeerjägern frequentiert wurde. Nach einer Weile erkannten wir, weshalb außer uns keiner da war: Es gab hier keine Erdbeeren! Jegliche Pläne über Bord werfend, gingen wir auf das nächste Feld.

„Wenigstens ein bisschen was gefunden“
In unseren Körben befanden sich nach einer halben Stunde suchen, graben, rupfen vier Kilogramm Erdbeeren. Berücksichtigt werden übrigens nicht die unzähligen Probierhäppchen, die zu schade zum Dalassen und nicht schön genug zum Mitnehmen waren. Glücklich und – ich gebe es zu – ein wenig stolz präsentierten wir unserem Erdbeerbauern die beachtliche Ausbeute. Sein Kommentar ließ unser Hochgefühl ein wenig verebben: „Ach, schade, seien Sie nicht enttäuscht. Aber wenigsten haben Sie ein bisschen was gefunden!“

Wer es mal selber ausprobieren möchte: Internetführer für Erdbeerplantagen in Deutschland

Und nächste Woche gehen wir auf Kirschenjagd!