Der niedrige Wasserstand bringt derzeit besondere Gefahren mit sich.

Die Sonne lockt jedes Wochenende immer wieder tausende Menschen an die Seen und Rheinstrände Rheinhessens. Bei wunderbarem Wetter war auch am Sonntag am Oppenheimer Strandbad wieder viel Betrieb. Dort verbringen viele Menschen seit Jahren an den Wochenenden eine Art Mini-Urlaub direkt vor der Haustür. Viele Sonnenhungrige bevölkerten gestern den Strand und suchten trotz des niedrigen Wasserstandes Abkühlung im Rhein.

Der niedrige Wasserstand bringt aber auch einige Gefahren mit sich, wie die DLRG Oppenheim weiß, die am Wochenende ehrenamtlich Wachdienst am Strandbad macht. Dazu Ulla Niemann, technische Leiterin Ausbildung bei der DLRG Oppenheim: „Bei dem flachen Wasser müssen die Leute sehr weit hinaus gehen, um überhaupt in „schwimmtiefes“ Wasser zu kommen. Dabei sind sie dann aber schon sehr dicht an der Fahrrinne der Berufsschifffahrt. Die Wellen der großen Schiffe und deren Sog können auch einen erwachsenen Schwimmer schnell in den Gefahrenbereich ziehen!“ Deshalb raten die Rettungsschwimmer, sehr vorsichtig zu sein. Vor allem Kinder dürfen nicht unbeaufsichtigt am und im Wasser spielen. Niemann: „Die Eltern müssen direkt dabei bleiben, damit sie im Zweifelsfalle sofort zugreifen können.“ Denn ist ein Mensch und erst recht ein Kind erst einmal mit der Strömung unterwegs, wird die Rettung schwierig.

httpv://www.youtube.com/watch?v=DY_7iPJY9e0&feature=youtu.be

Unschön sind indes die Begleiterscheinungen und Hinterlassenschaften der zahlreiche Besucher am Strandbad. Alle wollen in die Natur, aber keiner zu Fuß. Deshalb ist auf dem Parkplatz am Strandbad aber auch auf der Zufahrt immer sehr schnell alles zugeparkt. In einem Notfall ist es für einen Krankenwagen schwer und für ein großes Feuerwehrfahrzeug unmöglich, ans Strandbad vorzudringen. Oft genug werden auch die unmittelbaren Zufahrten auf die Liegewiesen rücksichtlos zugeparkt, sodass ein Verletzter erst weit getragen werden müsste. Diese Rücksichtlosigkeit der Autofahrer ist leider seit Jahren an der Tagesordnung. Autos werden auch einfach mit Schwung ins Unterholz gefahren, wenn kein richtiger Parkplatz mehr frei ist. Das Ordnungsamt kommt zwar regelmäßig, ruft per Lautsprecher Fahrzeughalter aus und verteilt saftige Strafzettel, aber das ändert nichts an der Situation.

Der Müll wird einfach "fallen gelassen" ...

Auch das Thema Müll ist immer wieder ein Ärgernis. Viele Besucher schleppen in Taschen und Körben allerlei Lebensmittel und Getränkte ans Strandbad. Doch kaum ist alles leer gegessen und damit eigentlich leicht und kompakt, wird der Verpackungsmüll oft genug einfach liegen gelassen oder in die Natur geschmissen. Am gestrigen Sonntag lag Müll sogar direkt vor einem leeren Mülleimer. Dieser schonungslose Umgang mit der Natur, den einige Menschen an den Tag legen, verdirbt den vernunftbegabten Besuchern den Spaß am Aufenthalt. Und spätestens wenn die DLRG Füße von Kindern verbinden muss, weil diese in Glasscherben getreten sind, die nächtliche „Party-Gäste“ übrig gelassen haben, fragt man sich, warum von offizieller Seite so wenig gegen die Missstände am Strandbad getan wird.

... obwohl der Mülleimer unmittelbar daneben steht!