Ralf Claus mit Bernd-Olaf Hagedorn, Ralph Spiegler und Norbert Külzer

Eine Fluglärmmessstation für Ingelheim und eine weitere Veranstaltung zum Thema Fluglärm, die sich mit der Frage der Gründung einer Bürgerinitiative oder dem Anschluss an eine der bestehenden Initiativen befassen sind die Ergebnisse eines ersten Bürgergespräches zu dem Ralf Claus unter dem Titel „Wieviel Fluglärm müssen wir ertragen“ eingeladen hatte. Die zahlreich erschienenen interessierten Bürgerinnen und Bürger teilten diese Forderung. „Ich bin kein Gegner des Frankfurter Flughafens“ betonte Ralf Claus in seiner Begrüßung, „aber das, was sich seit der Änderung der Flugrouten über Ingelheim und Rheinhessen abspielt ist nicht hinnehmbar“. Dies sei weder eine gerechte Verteilung der Lasten, noch müsste der Flugbetrieb zwingend in dieser Art und Weise abgewickelt werden. Es könne nicht angehen, dass die hessische Seite massiv entlastet und die rheinhessische Seite entsprechend überproportional belastet werde. „Am allermeisten nervt mich aber persönlich der Flieger, der mich regelmäßig morgens früh kurz nach fünf Uhr aus dem Schlaf reißt“, so Ralf Claus.

Bernd-Olaf Hagedorn, der Fluglärmbeauftragte der Verbandsgemeinde Nieder-Olm, zeigte die aktuelle Situation und die zukünftige Entwicklung der Lärmbelastung für Ingelheim auf. Mit der Änderung der Anflugrouten ist seit März dieses Jahres auch Ingelheim stärker von Lärm durch Flugzeuge im Landeanflug betroffen, was sich mit Inbetriebnahme der Nordwestlandebahn im Oktober noch verstärken wird. Hinzu kommt, dass mit der geplanten „Südumfliegung“ künftig auch Startvorgänge in relativ niedriger Höhe den Bereich Wackernheim/Ingelheim zusätzlich belasten werden.

Ralph Spiegler, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion berichtete über die Situation im Landkreis. Insgesamt müsse davon ausgegangen werden, dass sich der Flugverkehr in den nächsten Jahren nahezu vordoppele. „Alles, was links des Rheines ist, spielte bei den Planungen keine Rolle. Es ging darum Hessen zu entlasten.“ Der Landkreis habe deshalb ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, welches die Klagemöglichkeiten von Bürgerinnen und Bürgern bzw. der betroffenen Kommunen prüfe.

Ralf Claus formulierte am Ende noch einmal seine zentralen Forderungen: strikte Einhaltung des Nachtflugverbotes von 22 Uhr bis 6 Uhr, faire Verteilung der Lasten und die Berücksichtigung der Schutzinteressen der Bevölkerung vor den wirtschaftlichen Interessen des Flugbetriebes. Um zu klären, wie der Protest in Ingelheim weiter organisiert werden kann lädt Ralf Claus zu einer weiteren Veranstaltung am Donnerstag, 9. Juni um 19.30 Uhr ins Ingelheimer Weiterbildungszentrum ein. Dort sollen Vertreter von bereits bestehenden Bürgerinitiativen über Arbeit berichten und geklärt werden, ob auch in Ingelheim die Gründung einer BI angestrebt werden soll oder sich bestehenden Initiativen angeschlossen werden soll.