Dienstag, Oktober 27

Finger weg von den heißen Spanierinnen – Viele Grüße aus Mallorca!

Anna muss mal wieder Opa Sepp umherschleppen. (Foto: Andreas Lerg)

Männer! Lasst bloß die Finger weg von den heißen Spanierinnen! Und wenn sie noch so jung und hübsch sind und noch so knallbunte Kleider tragen. Es gibt gleich mehrere gute Gründe, weshalb ihr um diese Schönheiten einen weiten Bogen machen solltet:

1. Sie lieben es, wenn ihre Männer leiden!
2. Sie wollen alle immer sofort heiraten!
3. Sie wollen mindestens 12 Kinder!
4. Sie schneiden Dir Schnipp Schnapp die Mittelfinger ab, wenn Du nicht spurst!
5. Und frag nicht, was sie mit Dir machen, wenn Du sie schwanger und ungeheiratet sitzen lässt ….

Zu diesem Fazit könnte man nach dem Abend in Mommenheim kommen, wenn es sich bei dem Spektakel in der Gemeindehalle um das echte Leben gehandelt hätte. Aber was da auf die Bühne passierte, war besser. Viel besser.

„Jooooosef Kummerspeck, wenn Du heute nicht heim kommst!“ Kummerspecks Gemahlin Wilma, gespielt von Gundula Raab, ist stinksauer und das aus gutem Grund! Wenn ein Bürgermeister und ein Gastwirt gemeinsam und ohne weitere Begleitung nach Mallorca reisen, um dort im siebzehnten deutschen Bundesland angeblich eine Städtepartnerschaft einzufädeln, dann mag das noch keinen Anlass zur Skepsis bieten. Wenn beide aber dort angeblich einen Unfall erleiden und die eine geplante Woche Aufenthalt damit auf fast drei verlängern, dann wäre das schon Grund genug für berechtigtes Misstrauen. Wenn den beiden ach so schwer angeschlagenen Heimkehrern aber dann gleich drei feurige Spanierinnen auf dem Fuße folgen und vom Heiraten, mindestens zwölf Kindern und abgeschnittenen Mittelfingern reden, ja dann tobt das Chaos! Dieses vergnügliche Chaos entfachte die Theatergruppe des Gesangvereins Liederkranz Mommenheim am Wochenende auf der Bühne in der Mommenheimer Gemeindehalle und brachten damit den Saal zu toben.

Viele Grüße aus Mallorca

Toni und Josef glauben noch, dass alles glatt läuft. Tut es aber nicht. (Foto: Andreas Lerg)

„Viele Grüße aus Mallorca“ nannte sich der amüsante Schwank in drei Akten von Erich Koch. Bürgermeister Toni Manta, gespielt von Manfred Schmitt, und Gastwirt Josef Kummerspeck, gespielt von Andreas Lingk, stellten sich bei den amourösen Abenteuern auf Malle aber auch wirklich kreuzdämlich an. Gab doch der eine den Namen des jeweils anderen an, um sich unerkannt den Urlaubsfreuden widmen zu können. Die feurige Francisca Caramba (Sabine Biermann), die lernwillige Maria Santana (Ulla Niemann) und ihre Oma Carmen Maquarele (Sabine Strohm) kamen den beiden Urlaubern dann im heimischen Mommenheim prompt auf die Schliche. Da nützte es auch nichts mehr, das beide sich, eine Amnesie vortäuschend, in Jopi Heesters und Scheich Mustafa zu verwandeln versuchten. Auch die dazugehörigen Ehefrauen Simone Manta (Marlis Schmitt) und Wilma Kummerspeck durchschauten schnell, was beiden Göttergatten auf Malle so getrieben hatten.

Isch renn ja schon…..

Francisca Caramba ist eine von drei Spanierinnen, die für Chaos sorgen. (Foto: Andreas Lerg)

Zwischen drin immer wieder Hausmädchen Anna, gespielt von Sandra Heid, die mit einem „ich renn ja schon“ auf den Lippen immer um das Wohlergehen von Opa Sepp (Holger Pietsch) bemüht war. Noch nie war auf einer Bühne eine dermaßen gründliche Rasur zu sehen, die Sepp über sich ergehen lassen musste. Doch damit nicht genug, denn um das vergnügliche Verwirrspiel komplett auf die Spitze zu treiben, entpuppte sich Oma Maquarele als einstiege Liebe vom gar nicht so senilen Opa, der einst als El Torro auf Mallorca jung, ausdauernd und langhaarig etliche Briketts nachlegte bis: „Die Makrel‘ wollt mich heirate!“

Den zwei Aufführungen geht ein halbes Jahr Arbeit voraus

Bereits im Oktober begann die Theatergruppe mit den Leseproben. Ab Januar schlossen sich dann die Spielproben an. Doch das ist längst nicht alles, was die engagierte Truppe leistet, um dem Publikum einen tollen Abend zu bieten. Thomas Schleicher, der Peter Kummerspeck spielte, baut und schreinert viele der Kulissen selbst. So beispielsweise die Rezeption der Pension, in der das Stück spielt. Holger Pietsch und weitere Kollegen sorgen mit Pinsel. Farbe und Tapetenkleister für wohnliche Atmosphäre. Und so manches Möbelstück wird für die Aufführung aus dem heimischen Wohnzimmer entliehen. Und die Gruppe verbarg auch den einen oder anderen kleinen Seitenhieb auf das reale Ortsgeschehen im Text des Stückes. Beispielsweise wenn Frau Bürgermeister Manta in Vertretung ihres gar nicht so kranken Mannes Toni entscheidet, dass in der Gemeindehalle Verdunklungsrollos nachgerüstet werden müssen.

Ab in die Rammlerdisko

Wohin bloß mit dem lästigen Doktor aus Malle? Ab in den Schrank! (Foto: Andreas Lerg)

Ab dem zweiten Akt wurde das Chaos dann perfekt. Denn mit Jürgen Treffs, einem deutscher Arzt auf Mallorca, gespielt von Jens Eilart, tauchte der nächste auf, der mit den beiden Urlaubern noch ein Hühnchen zu rupfen hatte. Peter Kummerspeck lud seine neue Liebe Maria Santana, beide Frisuren-technisch mit einem bunten Irokesenlook frisch Party-tauglich gemacht, erst auf eine Schwulenparty und dann in die Rammlerdisko ein. Der dritte Akt schließlich lieferte das humorige Happy End. Das Kriegsbeil zwischen den Eheleuten Manta und Kummerspeck wurde nach einem heißen Bauchtanz von Wilma und weiteren Konfusionen schließlich begraben. Jedes Pärchen fand zueinander, auch wenn Spanierinnen dafür sorgen, dass ihre Männer leiden.

Die guten Geister im Hintergrund

Für das Publikum unsichtbar sorge Helga Herrgesell in einem Kasten vor der Bühne als Souffleuse dafür, dass keiner auf der Bühne textlich in Verlegenheit kam. Die Regie hatte diesmal Alexander Herrgesell als Stellvertretung für Vater Siegfried Herrgesell, der zum Bedauern der Truppe gesundheitsbedingt nicht anwesend sein konnte. Für die Maske war Bettina Herrgesell verantwortlich und den Blumenschmuck und Dekoelemente auf der Bühne hatte die Blumenstube Kerl beigesteuert.

Und 2012 wieder maßgeschneidert

Mag sein, dass es kurz nach den beiden sehr erfolgreichen Aufführungen noch etwas früh ist, auf das kommende Jahr zu schauen. Aber wie mir jemand aus dem Ensemble am Samstag nach der Premiere mitteilte, wird es im kommenden Jahr wieder ein Stück geben, dass Mathias Gall den Mommenheimer Mimen auf den Leib schreiben wird. Bereits im letzten Jahr begeisterte die Theatergruppe mit dem „Schrägen Jubiläum“ mit einem Musical, dass Gall extra für sie geschrieben hatte.

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Prima. es hat geklappt. :-)

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