Adler Merian bei der Gästerundfahrt anlässlich der Taufe. (Foto: Michael Bahr, HBZett)

Petrus, oder wer auch immer für das Wetter zuständig ist, muss definitiv ein DLRG’ler sein. Bei absolutem Prachtwetter taufte Landrat Claus Schick am vergangenen Samstag auf dem Platz vor der Emonds-Halle das neue Rettungs- und Katastrophenschutzboot der DLRG Oppenheim auf den Namen „Adler Merian“. Zuvor gaben Pfarrerin Manuela Rimbach-Sator und Pfarrer Manfred Lebisch dem Boot und seiner Besatzung in einer kleinen Andacht den kirchlichen Segen mit auf den Weg. Im Anschluss an die Taufe nutzten zahlreiche Gäste der Feier die Gelegenheit, eine Runde auf dem neuen Boot zu drehen.

Der Namen „Adler Merian“ stellt den Bezug zur DLRG und zur Stadt Oppenheim her. Der Adler ist sowohl das Wappentier der DLRG als auch Teil des Funkrufnamens einer jeden DLRG-Einheit. Und Matthäus Merian war ein berühmter Kupferstecher, der ab dem Jahre 1616 für eine Zeit lang in Oppenheim lebte und arbeitete.

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Landrat Claus Schick wies in seiner Taufansprache auf die Bedeutung der DLRG gerade auch im Bereich des Rettungswesens und des Katastrophenschutzes hin. So ist die DLRG in den erweiterten Katastrophenschutz des Landkreises Mainz-Bingen eingebunden. Deshalb unterstützte die Kreisverwaltung die DLRG Oppenheim bei der Anschaffung des neuen Bootes nicht nur mit den 20.000 Euro Fördermitteln aus der Ehrenamtsförderung, sondern auch noch mit 10.000 Euro aus Katastrophenschutzmitteln. Nur so war das Projekt überhaupt zu realisieren.

Verbandsgemeindebürgermeister Klaus Penzer betonte die gute Zusammenarbeit zwischen VG und DLRG gerade auch im Bereich Hochwasserschutz. Er erinnerte in seiner Ansprache auch an die große Hochwasserübung im November 2009. Zudem überraschte er die Lebensretter mit einer guten Nachricht: „Der Haupt- und Finanzausschuss der Verbandsgemeinde hat beschlossen, der DLRG einen beantragten Zuschuss in Höhe von 10.000 Euro zu gewähren.“ Dieser muss nun noch vom Verbandsgemeinderat beschlossen und von der Kommunalaufsicht genehmigt werden.

Landtagsabgeordneter Thomas Günther gratulierte den Oppenheimer Wasserrettern zum neuen Rettungsboot und unterstrich, wie wichtig die Arbeit der ehrenamtlichen Retter ist. Er lud die Männer und Frauen der DLRG ein, den Landtag in Mainz und das ZDF zu besichtigen. Oppenheims Bürgermeister Marcus Held beglückwünschte die DLRG zur Anschaffung des neuen Bootes und freute sich, dass es in einer gemeinsamen Anstrengung gelungen ist, das Projekt zum Wohle der Bürger und der Region zu realisieren. Er lud die DLRG Oppenheim zu einer Vorstellung der Festspiele der Stadt Oppenheim ein.

Aus der Zusammenarbeit mit der Werft entstand ein ausgezeichnetes Boot

Auch Dirk Deters, Inhaber der Deters-Werft, die Adler Merian gebaut hat, war angereist, um bei der Taufe des Bootes dabei zu sein. Er überbrachte ein 40 Meter langes Schleppseil als Taufgeschenk und erklärte: „Je besser und enger die Zusammenarbeit der Werft mit einem Auftraggeber läuft, um so besser wird das Boot, dass dabei entsteht.“ Die Zusammenarbeit mit der „Projektgruppe Neues Boot“ der DLRG Oppenheim lobte er als ausgezeichnet. Für die Deters-Werft ist „Adler Merian“ eine Art Prototyp, denn es ist das erste Boot, das die Werft mit einem Jet-Antrieb ausgestattet hat.

Das in dieser Zusammenarbeit mit der Weft ein hervorragendes Boot entstanden ist, betonte auch Andreas Lerg, zweiter Vorsitzender der DLRG Ortsgruppe Oppenheim, in seiner Festansprache: „Wir dürfen heute mit Stolz sagen, dass wir das derzeit modernste und effizienteste Katastrophenschutzboot im DLRG Landesverband Rheinland-Pfalz haben.“ Lerg schilderte die Höhepunkte der insgesamt dreijährigen Projektarbeit und erklärte: „Das Boot ist genau auf unsere Anforderungen und unser Einsatzgebiet maßgeschneidert worden.“

I have a dream

Seine Ansprache begann Lerg mit dem bekannten Zitat aus der Rede, die Martin Luthers Jr. 1963 in Washington vor über 250.000 Menschen hielt: „I have a dream.“ Lerg schilderte, das die Oppenheimer DLRG’ler, besonders erfreut waren, als die Bürger der Weinstadt im Frühjahr 2009 – dem Jahr der Wirtschaftskriese – bei einer Haustürsammlung über 6000 Euro für das Boot spendeten. Lerg zum Schluss: „Heute liebe Gäste dürfen wir ihnen nicht ohne Stolz unseren wahr gewordenen Traum präsentieren und das Boot gemeinsam mit Ihnen durch die offizielle Taufe seiner Bestimmung übergeben.“ Zur Taufe waren auch zahlreiche befreundete DLRG-Ortsgruppen, Organisationen und Vereine erschienen.