Die Affenhorde der Oppenheimer "O-Town-Players".

Männerballetts? Das sind doch Horden von deutlich zur Adipositas neigenden ältlichen Herren, die an Fastnacht zur Belustigungder Narrenschaar über die Bühne stolpern, mit ihren haarigen Waden wedeln und die Bierbäuche beben lassen. Nicht viel mehr als peinlicher Klamauk. Falsch! Ganz Falsch! Diese Zeiten mag es vor über zehn Jahren mal gegeben haben. Aber heutzutage sind Männerballetts hoch motivierte und wirklich sehr gute Showtanzgruppen, die mit einem hohen Maß an Engagement und Begeisterung trainieren und auch richtig was zu bieten haben.

Davon konnten sich die zahllosen Gäste in der ausverkauften Gemeindehalle in Mommenheim am Samstag überzeugen, denn der MGV 1862 Mommenheim hatte zum zehtnen Männerballett-Turnier geladen. Durch den Abend führten Rudi Schott und Richard Försch, wobei das Duett besser als „RuRi“ bekannt sind. Die Jury war mit Cornelia Willius-Senzer von der gleichnamigen Tanzschule in Mainz, Cornelia Leber, Sitzungspräsidentin des CVE Nackenheim, Stefanie Küchenmeister, Ballettmeisterin verschiedener Tanzgruppen, Josef Baroli, Ehrenpräsident des CCW und jahrelanger Tanzrichter und Jürgen Wiesmann, Sitzungspräsident beim MCC und bekannt aus der Sitzung Mainz bleibt Mainz, sehr kompetent besetzt.

Den Auftakt für den gelungenen Abend bildeten die jungen Frauen der Tanzgruppe „Magic Moves“ des Carneval Vereins Guntersblum. Danach brachten die „Bordsteinschwälbchen“ des LCV Langendernbach mit Sombreros und bunten Gewändern eine mexikanische Fiasta auf die Bühne, um kurz darauf zu Liedern wie „Speedy Gonzales“ loszulegen.

Bei den „O-Town-Players“ des CV 1873 Oppenheim wurde es dann ziemlich affig, denn die Männer traten in Affenmasken auf und entfesselten das Dschungelbuch auf der Mommenheimer Bühne und rockten zu Peter Fox Nummer „Stadtaffe“ den Saal. Faszinierend waren die Masken, denn das waren keine Plastikaffengesichter mit Gummizug im Nacken. Es waren weiche flexible Gummimasken, die in die Gesichter geklebt waren, so dass sich der Mund auch beim Sprechen bewegte. Das Publikum war wie die Affenbande selbst außer Rand und Band vor Begeisterung. Richtig cool wurde es beim Auftritt der Eskimos vom Männerballett des VFL Frei-Weinheim, die sogar drei Eisbären auf der Bühne steppen ließen.

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Nach dem ersten Drittel traten die Nachwuchstänzerinnen „The Specials“ vom gastgebenden MGV auf. Die „Horny Hornets“ des TJV Biebelnheim marschierten als Spielmannszug mit Instrumenten wie Trompeten oder Trommeln auf die Bühne, bewiesen dann aber, wie beweglich sich in ihren Uniformen sind. Gruselig wurde es beim Auftritt der „Scheinheiligen Mönche“ aus Bechtolsheim, die sich den Film „Ghostbusters“ als Motto für ihre Show erkoren hatten und sogar das Einsatzfahrzeug der Filmhelden aus Pappe nachgebaut hatten. Mit „First Generation“ aus Dienheim traten dann die Titelverteidiger an und brachten als Kosaken eine getanzte Homage an Mütterchen Russland dar.

Die Pause nach dem zweiten Drittel lockerten die Tänzerinnen „Dower Power“ aus Mainz Finthen auf. Dann luden die „Tanzbärchen“ aus Frankenthal das Publikum ein, an der Abschlussfeier einer US-Universität teil zunehmen, um sich dann auf der Bühne in wohlgeformte Cheerleaderinnen zu verwandeln. Als Bauarbeiter stürmten „Mann-o-Mann“ aus vom TV 1872 Finthen die Bühne. Und während ihrem Auftritt bauten sie auch gleich aus Balken ein Haus auf. Den letzten Auftritt bestritt das Radlerballett aus Bobenheim-Roxheim, die als preußische Feuerwehr mit Pickelhauben die Bühne stürmten.

Sogar drei Eisbären schwitzen unter dem Licht der Scheinwerfer.

Während die Jury sich zur Beratung zurück zog, traten die Damen der „Sweet Diamonds“ vom Carneval Verein Oppenheim auf. Die Jury hatte ein schweres Los, denn alle Männerballett-Gruppen hatten ein sehr anspruchvolles Programm gezeigt. Oft mit sehr schwierigen Hebefiguren oder sogar Wurfeinlagen. Dann schickte die Jury schließlich die Affenhorde, die Kosaken und die Bauarbeiter in die Endrunde.

Affen triumphieren

Zur hellen Begeisterung des Publikums siegten die Affen des CV 1873 Oppenheim und sorgten mit ihrer Siegesfeier für freudiges Affentheater. Der Reaktion des Publikums war zu entnehmen, dass die Entscheidung, den Vorjahressieger „First Generation“ auf Platz zwei und die Bauarbeiten von „Mann-o-Mann“ auf Platz drei zu wählen, nicht ganz so freudig aufgenommen wurde. Den Publikumspreis heimsten auch die Oppenheimer Affen ein.