Die Anzahl der Kritiker der Südumfliegung von Mainz wachsen und das in den Reihen, die sich technisch mit der Machbarkeit von Flugrouten auskennen. Schon seit  langem sprechen wir (Initiative gegen Fluglärm in Rheinhessen http://www.fluglaerm-rheinhessen.de) immer wieder mit Piloten und Fachleuten aus der Luftfahrtbranche über Alternativen der Flugrouten und deren Durchführbarkeit und immer wieder hören wir, dass es viele technische Möglichkeiten gibt Fluglärm zu minimieren.

So auch die Weiterführung des Nordabfluges trotz der Inbetriebnahem der Landebahn Nordwest. Bisher wollte nur niemand damit an die Öffentlichkeit. Jetzt äußern sich Piloten wie Torsten Jasper von der Fluggesellschaft XL Airways Germany und Fluglotsen, wie Herr Alexander Schwaßmann, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) öffentlich gegenüber der Presse und widersprechen den vorgeschlagenem Flugroutenkonzept der Deutschen Flugsicherung (DFS). Im einzelnen sind die Aussagen:

 

  • Der Nordablug ist auch im Ausbaufall der Nordwestlandebahn machbar„Durchstartende Flugzeuge könnten deutlich schärfer nach Osten knicken, als von der Deutschen Flugsicherung (DFS) behauptet. Es gebe keinerlei Hindernisse im Durchstartverfahren.  Im Simulator gab es mit einer Boeing 737 mit maximalem Landegewicht sowohl in Richtung Norden als auch in Richtung Osten keine Probleme bei der Hindernisfreiheit“, erklärte Jasper. Auch für die Stadt Frankfurt sei dies unter Lärmgesichtspunkten kein Problem. „Die Flugsicherung macht es sich zu einfach, wenn sie den gesamten Verkehr nach Süden lenken will.“Quelle: http://www.allgemeine-zeitung.de/special/flughafenausbau/10256217.htm
  • Die Südumfliegung birgt erhöhte Kollisionsgefahr mit durchstartenden Flugzeugen auf dem Parralelbahnsystem„Anlass der Sorge ist die Südumfliegung, die den Westen des Airports von Fluglärm entlasten und den Kreuzungsverkehr mit Maschinen verhindern soll, die auf der neuen Nordwest-Bahn landen. Bei der Südumfliegung drehen Flugzeuge, die von der nördlichen Parallelbahn gen Westen starten, kurz nach dem Start gen Süden ab – und kreuzen dabei die Route von Maschinen, die auf der Südbahn ebenfalls Richtung Westen landen wollen und durchstarten müssen. Ein- bis zweimal am Tag kommt so etwas vor.
    Die Südumfliegung schafft bewusst einen sehr kritischen Kollisionskurs“ 

    Quelle: http://www.fr-online.de/rhein-main/auf-kollisionskurs/-/1472796/7594586/-/index.html

Wägt man diese zwei Aussagen gegen das Flugroutenkonzept der DFS ab, kommt man zu dem Schluss, dass die Flugroutenlage maßgeblich durch Lobbyarbeit hessischer Interessen geprägt sind und nichts mit den obersten Zielen Sicherheit, Machbarkeit und Flüssigkeit und schon gar nichts mit der Fluglämvermeidung und –minderung zu tun haben. Daher fordern wir die Verantwortlichen dazu auf  das komplette Flugroutenkonzept neu zu erarbeiten. Dabei müssen alle technischen Möglichkeiten genutzt werden ganztägig  lärmärmere An- und Abflugverfahren nutzbar zu machen. Erst danach sind die Lage der Flugrouten neu zu definieren. Das oberste Ziel muss hier eine räumliche Verteilung des Restfluglärms über alle Anrainer des Frankfurter Flughafens unabhängig von der Besiedelungsdichte – „Alle mit weniger Lärm belasten“ – durch räumliche Bündelung und zeitliche Staffelung, sein. Erst wenn diese Punkte, in enger Abstimmung mit allen zukünfitg belasteten Bürgern und nicht nur mit  hessischen Gemeinden, umgesetzt sind, läßt sich von einer Demokratisierung des Lärms sprechen um diesen ein wenig ertragbarer machen.