Schaubild Flugspuren über Rheinhessen.

Am 2. Runden Tisch der Initiative gegen Fluglärm in Rheinhessen (http://www.fluglaerm-rheinhessen.de),  zu der u.a. auch Frau Dorothea Schäfer (MdL) kam, wurde, gerade im Vorfeld zu den Landtagswahlen, erneut darauf hinzuweisen, dass auch und gerade Rheinhessen durch den Ausbau und das erste Maßnahmenpaket zum aktiven Schallschutz extrem stark von Fluglärm betroffen sein wird. Der Fluglärm wird um bis zu 22 db steigen (6 db entsprechen ungefähr einer Verdopplung des Schalldrucks), so viel wie in keiner anderen Region.

Die von der DFS durchgeführten Belastungstests über Rheinhessen, also die Verlagerung des gesamten Nordabfluges über die heutige MASIR (kurz+nacht) und TABUM (nacht) Route (Route über Nierstein Richtung Wackernheim bzw. Mainz) zeigte jüngst am Sonntag, 13.02.2011 zwischen 10 und 12 Uhr, welch enormer Lärmteppich über der VG Nierstein-Oppenheim, VG Bodenheim, VG Nieder-Olm bis zur VG Heidesheim entsteht.

Da die Flugzeuge unter dem nördlichen Gegenanflug hindurchtauchen müssen, werden Sie ab Nierstein bis hinter Heidesheim auf einer Höhe von ca. 1800 bis 2300 Meter über N.N. gehalten.

Dies zeigt eindrucksvoll, dass die im Gutachten von Minister Hering vorgeschlagene Südverschiebung der Südumfliegung über das Gebiet der VG Bodenheim keine Wirkung erzielen wird, da auch hier die Flugzeuge weiterhin niedrig gehalten werden müssten (der heutige Flug über Nierstein ist länger als die geplante verschobene Südumfliegung!). Es handelt sich lediglich um eine Lärmverschiebung in ein Gebiet, dass heute schon den gesamten Gegenanflug (Ostwind) und die Nachtflüge ertragen muss. Dies wurde offensichtlich nicht berücksichtigt. Erst wenn alle Flugzeugtypen sicher den nördlichen Gegenanflug überfliegen können (auch MD11, A380, B747) ergibt sich ein Höhenvorteil, eine entsprechende Route müsste aber noch deutlich weiter im Süden von Nierstein/Oppenheim liegen, als die heutige MASIR Route.

Dennoch wird gerade der Vorschlag der weiteren Südverschiebung in den Medien und der Presse sehr häufig aufgegriffen. Auch ist die Berichterstattung oft sehr zu Gunsten von Mainz, Rheinhessen wird teilweise zwar erwähnt, aber Vorschläge für eine Lärmreduzierung in Rheinhessen werden nicht angesprochen. Die Möglichkeit, den Nordabflug weiterhin zu nutzen hilft gesamt Rheinland-Pfalz, steht aber unter dem Vorbehalt einer noch (von der DFS? – Das Ergebnis ist absehbar) durchzuführenden Sicherheitsstudie.

Aus unserer Sicht schürt der Mangel an konstruktiven Vorschlägen zur Lärmreduzierung auch über Rheinhessen und die starke Fokussierung auf Mainz (was sicherlich im Vorfeld der Landtagswahlen auch auf die große Wählerschaft in Mainz zurück zu führen ist) den Keil zwischen Mainz und Rheinhessen im gemeinsamen Kampf gegen den zunehmenden Fluglärm. Das muss verhindert werden, denn der Gewinner ist dann die DFS bzw. Fraport. Daher bitte ich alle Landespolitiker in Ihrer Verantwortung für gesamt Rheinland-Pfalz, sich auf Lösungen und Vorschläge zu konzentrieren, die allen in Rheinland-Pfalz helfen und den Vorschlag der Südverschiebung der Südumfliegung nicht weiter zu verfolgen.

Ansätze, die allen helfen sind u.a.:

• ganztägige Etablierung von lärmärmeren Start- und Landeverfahren

• Erhöhung der Entfernung zwischen Flugzeug und Betroffenen (z.B. Steilstart, Anhebung oder Auflösung der Transition)

• Gesetzliche Verankerung des Schutzes der Bevölkerung vor Fluglärm vor wirtschaftlichen Interessen

• Aufnahme des Fluglärms in das Bundesemissionsschutzgesetz

Flugverkehr ist dreidimensional, die Überflughöhe wird aber von der DFS ständig nach unten korrigiert. Dem müssen wir entgegen wirken. Flugroutenverschiebungen, speziell weg von Mainz nach Rheinhessen kann nicht die Lösung sein.

http://www.fluglaerm-rheinhessen.de/