Mittwoch, Juli 8

Vorsicht vor Haustürverkäufern des Entertain-Paketes der Telekom!

T-Home Entertain ist Fernsehen über das Internet.
T-Home Entertain ist Fernsehen über das Internet.

Zumindest im südlichen Rheinhessen sind derzeit Haustürverkäufer angeblich im Auftrag der Telekom unterwegs. Diese wollen schnelles Internet und vor allem das digitale Internet-Fernsehen „Entertain“ der Telekom verkaufen. Doch die dazu nötige DSL-Geschwindigkeit von DSL 16 Plus für das einfache Entertain-TV und VDSL 25 oder 50 für HD-TV ist in sehr vielen Gemeinden noch nicht verfügbar!

Mir sind zwei Fälle aus Guntersblum (Mitte Dezember) und Nierstein (Anfang Januar) bekannt, wo Haustürverkäufer teilweise erfolgreich versucht haben, Entertain zu verkaufen. Aber weder in Guntersblum noch in Nierstein steht DSL 16 Plus, geschweige denn VDSL zur Verfügung. Das bedeutet keines des Entertain-Pakete wird funktionieren.

Haustürverkäufer wollen nur Provision kassieren

VDSL gibt es noch nicht in Nierstein, auch nicht DSL 16 Plus.
VDSL gibt es noch nicht in Nierstein, auch nicht DSL 16 Plus.

Das sollten auch diese Haustürverkäufer wissen. Aber die arbeiten vermutlich für irgend eine Handelsagentur oder einen Subunternehmer und nicht direkt für die Telekom, wie sie an der Haustür behaupten. Und sie werden auf Provisions-Basis, also für jedes verkaufte Komplettpaket, bezahlt. Daher ist denen die kompetente Beratung der Kunden bei weiten nicht so wichtig, wie ein unterschriebener Vertrag, denn nur der bringt ihnen Geld.

In Guntersblum gibt es weder DSL 16 Plus noch VDSL.
In Guntersblum gibt es weder DSL 16 Plus noch VDSL.

Die gekaufte Hardware in Form des Digitalreceivers ist damit eben so nutzlos, wie der abgeschlossene Monatsvertrag für Entertain. Denn wenn die vorhandene DSL-Leitung den nötigen Datendurchsatz für die Darstellung des digitalen TV-Bildes nicht liefern kann, dann bleibt die Mattscheibe schlichtweg schwarz.

Auf den Seiten der Telekom wird es deutlich, ab wann Entertain und HD sinnvoll ist.
Auf den Seiten der Telekom wird es deutlich, ab wann Entertain und HD sinnvoll ist.

Wenn eine Gemeinde bereits DSL 16 PLus haben sollte, dann kann dort nur das „normale“ Digitalfernsehen empfangen werden. Doch die Haustürverkäufer in Nierstein versprachen den Anwohnern vollmundig das Hochauflösende HD-TV. Dafür aber wäre mindestens VDSL zwingend nötig und in Nierstein gibt es nicht mal DSL 16 PLus! Die betroffenen Niersteiner sind skeptisch geblieben und dem Haustürverkäufer nicht auf den Leim gegangen, sondern haben abgelehnt.

Immer den Netzausbau prüfen!

Wenn Sie über T-Home Entertain nachdenken, dann lassen Sie sich Zeit und kaufen Sie nicht bei einem solchen Haustürverkäufer, der Sie immer zu einem schnellen Abschluss drängen wird. Prüfen Sie zunächst unbedingt auf http://www.telekom.de/shop/pk/vdsl-ausbaustatus ob Ihre Gemeinde überhaupt schon das digitale Fernsehen über Internet empfangen kann, sprich mit DSL 16 Plus oder besser VDSL versorgt ist! Die nachfolgende Karte zeigt den aktuellen Ausbaustand. Nur die magentafarbenen Gebiete haben bereits die schnellen Anschlüsse. Viele Gemeinden sind noch nicht versorgt, wie die Karte zeigt.

VDSL-Ausbau Stand Januar 2010.

Grundsätzlich sollten teure technische Produkte und Monatsverträge – denn die sind für T-Home Entertain nötig – nicht an der Haustür gekauft werden. Die Personen, die da klingeln, sind keine Fachverkäufer und Experten, sondern meist nur angelernte Laien, denen die dahinter steckende Marketingfirma die nötigen Verkaufstricks und Argumente eingebläut hat.  Diese Masche als Betrug zu bezeichnen ist schwierig, denn es wird ja ein real existierendes Produkt verkauft. Nur kann der Kunde vorerst nichts damit anfangen. Daher ist es zumindest unlauter und arglistige Täuschung.

Update: Seit veröffentlichung dieses Artikels haben sich aus Nierstein drei und aus Guntersblum zwei weitere Anwohner gemeldet, die ebenfalls Besuch dieser Haustürverkäufer hatten. Einer berichtete, dass die Personen teilweise mit einem Magenta-farbenen Schlips und einem an die Jacke geklemmten Ausweis auftreten.

Update: Auch in der Allgemeinen Zeitung konnte ich in einem Artikel vor diesen Haustürdrückern warnen. Außerdem habe ich ein Feedback von der Telekom bekommen. Die Telekom arbeitet mit externen Vermarktungsfirmen zusammen, die Entertain aber nur dort verkaufen sollen, wo das Produkt auch technisch nutzbar ist. Die Verkäufer werden geschult. Jede Bestellung durchläuft eine Plausibilitätsprüfung. Wenn also Entertain irgendwo bestellt wurde, wo das nötige DSL-Netz fehlt, wird die Bestellung automatisch rückabgewickelt.

5 Comments

  • Bei mir war er auch und sah „sehr offiziell“ nach Telekom aus. Magentafarbener Schlips und Lichtbildausweis an der Jacke. Als der meine Kundendaten haben wollte, sagte ich nur: „Die müsst ihr doch haben, Sie sind doch von der Telekom?“ Da ich weiß wie schnell mein DSL ist habe ich ihn dann weitergeschickt. Ich mache grundsätzlich keine Haustürgeschäfte.

  • Anonymous

    Ich kann bestätigen, dass die Karte der Telekom ebenfalls unbrauchbar ist, sowie der online-Verfügbarkeitscheck.

    In mehreren Fällen aus unterschiedlichen Gebieten ist mir bekannt, dass die Telekom VDSL anbietet, aber nur einen minderwertigen Anschluss schaltet und daraufhin regelmäßig Aufträge vergisst, Rückrufe ankündigt aber nie ausführt, Termine erfindet und nicht einhält sowie sich widersprechende Informationen ausgibt.

    Besonder bedenklich: die gängigen Ausreden „an der Grenze der Reichweite“ oder „kein freier Port mehr“ ziehen in meinem Fall nicht. Die Telekom hat in meinem Namen bei einem anderen Anbieter gekündigt, obwohl sie hätte wissen müssen, dass sie nicht in der Lage ist, das gewünschte VDSL zu schalten.

    Es macht den Eindruck, als ob die Telekom absichtlich nicht funktionstüchtige Systeme konstruiert, um deren Fehler als Ausrede benutzen zu können, wenn sie der Böswilligkeit oder Fahrlässigkeit beschuldigt werden.

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Prima. es hat geklappt. :-)

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