Spundekäs.

Spundekäs.

Adolf Gottron, Ehrenvorsitzender des Mombacher Carneval Vereins Die Bohnebeitel und Verfasser des bekannten Weingedichts Aach Woi ze trinke is e Kunst sagt so treffend:

…De siebte Halwe, der werd kritisch,
der macht die Mensche leicht politisch,
lassen eweg, ganz still un sachte,
ihn iwwerhipp, nehm gleich de achte.

Ein jeder wääs: Zum achte Gläsje
gehört dem Mensch e Spundekäsje.
Des reizt de Gaume, stärkt de Mage,
korz, mer kann schun widder ein vertrage.

Un jetzt bringe se de neunte.
Um dich erum sinn nur noch Freunde.
Dein Kopp, dei Fieß wern immer schwerer,
es Hern un’s Glas wern immer leerer…

Und deshalb hier das Rezept für Rheinhessischen Spundekäs zum nachkochen. Das kann jeder schaffen, ohne gleich im Fernsehen in irgendwelchen Küchenschlachten als Kandidat antreten zu müssen. Seinen Namen verdankt der Spundekäs dem Stopfen für das „Spundloch“ in einem Weinfass, denn der Käse wurde gerne in diese Form gebracht und serviert. Wo der Spundekäs seinen Ursprung hat, darüber streiten die rheinhessichen Geister. So sagen viele, dass er eine Erfindung aus Mainz sei, während andere ihn eher im nördlichen Rheinhessen ansiedeln. Wo er wirklich herkommt ist „eischeintlich forzegal“, denn mittlerweile gibt es ihn nicht nur in ganz Rheinhessen in vielen Variationen. Auch im Supermarkt findet man Industrieware, die natürlich niemals an das hausgemachte Original heran kommt.

Zutaten für das Grundrezept:

Zwei Teile Frischkäse
Ein Teil Quark mit 40% Fettanteil

Zum würzen:

Pfeffer
Salz (Achtung, in Mainz gilt das Würzen mit Salz als Sakrileg!)
Edelsüßer Paprika oder Rosenpaprika

Zubereitung:

Frischkäse und Quark zu einer homogenen Masse verrühren und mit den Gewürzen nach Belieben abschmecken. Am besten rührt man ihn von Hand mit dem Schneebesen, denn eine Küchenmaschine rührt so schnell und intensiv, dass der Spundekäs schnell eher dünnflüssig wird. Handgerührt bleibt er fester. Manche mögen den Spundekäs eher mild, andere mit mehr Pepp, daher am besten beim Würzen probieren, bis er mundet.

Variationen:

Die Zugabe von etwas Butter – die sehr weich aber nicht geschmolzen sein sollte – macht den Spundekäse fester und streichfähiger. Auch Schmand oder Crème fraîche wird oft verwendet. Manche würzen zusätzlich mit Knoblauch, Zwiebeln oder auch Kümmel. Wer es wie ich gerne richtig feurig mag, würzt vorsichtig mit etwas Chilipulver.

Serviervorschlag:

Der Klassiker ist natürlich ein „Klatsch“ Spundekäs auf einem Teller mit Salzbretzelchen oder einer Laugenbretzel. Aber der Spundekäse taugt auch sehr gut als Brotaufstrich.