ESPIJEY

RAP-Musik ist bei Jugendlichen nach wie vor angesagt. Dabei wird RAP nicht nur konsumiert. Jugendliche machen auch selbst RAP-Musik. Auf Facebook bin ich per Zufall über eine RAP-Crew namens ESPIJEY gestolpert. Wo die Crew herkommt, das macht der Songtitel, der auch als provokative Überschrift für diesen Beitrag dient, wohl recht unmissverständlich deutlich.

Wer an vulgärer Sprache Antoß nimmt, der sollte die ersten beiden Videos in diesem Beitrag lieber nicht anschauen. Denn die ganz und garnicht maulfaule Truppe feuert hier einen ziemlich krassen und derben Verbalporno ab und nimmt wahrlich absolut kein Blatt vor den Mund. Es geht unmissverständlich und eindeutig zur Sache!

httpv://www.youtube.com/watch?v=Y4YIZ0kjHZo

Hinter ESPIJEY steckte drei Jungs. Zunächst „emceepAT“, alias Patrick Martins Almeida. Dann „Skuba“, alias Simon Secker und „Jonsen“, alias Robin Mayer.  Alle drei sind Freunde starker Worte, wie man auch dem Video „Wer hat das gesagt“ unschwer entnehmen kann. Das wurde auf dem Schwabsburger Schlossturm und in der Landskrone gedreht und stellt eine RAP-Battel dar.

httpv://www.youtube.com/watch?v=5iOQvDqSkDk

Ok, wie geht man mit diesen Texten um! Was soll man sagen wenn es heißt „Du bist ’ne hodenlose Missgeburt“, um mal ein harmloseres Zitat zu bemühen. Ist das ordinär, schlimm, ekelerregend? Sollte man sowas bestrafen, ächten, zensieren? Oder ist es eben aktuelle Jugendkultur, meinet wegen Subkultur? Jugend hat immer schon provoziert um Gehör zu finden. Was haben die ersten Konzerte der Beatles und das fanatische Gekreische der jugendlichen Fans für empörte Reaktionen bei den Erwachsenen hervor gerufen. Was erregte die öffentliche Nackheit der 68er mit Uschi Obermaier als unbekleidete Galionsfigur die spießbürgerliche Welt in Deutschland. Die Jugend heute provoziert eben auf ihre Art und Weise.

Lassen wir die Worte einmal außen vor und hören uns die Musik an, dann stelle ich fest, dass es gut gemachte RAP-Musik ist. Die Beats sind schön „phat“ und die Musik über die gerapt wird, klingt satt und angemessen. Und ihre zugegebener Maßen riesngroße Klappe beherrschen die Jungs wirklich gut. Denn die Reime sitzen und werden präziese auf den Punkt gebracht. Und wenn sich die Aufrergung über den Verbalporno gelegt hat, dann kann man auch schöne und nachdenktliche Texte finden, wie in dem Stück „Dein Leben, Mein Leben“ gut zu hören ist. Da geht es diesmal nicht um „f*cken“, sondern um Liebe, Zärtlichkeit und das Verlassen werden.

httpv://www.youtube.com/watch?v=Hbwnen8pELk